Beiträge von PhobosDeimos1

    Hi,

    ich war bisher immer stiller Mitleser und wollte diesen Erfahrungsbericht eigentlich schon länger schreiben, finde aber jetzt erst die Zeit dafür. Ich bin seit dem 1. Januar 2026 Besitzer eines neuen Cupra Born.

    Nicht, weil ich unbedingt einen Cupra Born wollte, sondern weil ich aufgrund eines Berufswechsels relativ kurzfristig einen Zweitwagen benötigt habe. Da ich vorher bereits einen Ibiza und einen Leon hatte, mir der Born optisch zugesagt hat und ich keine Lust hatte, mich erst ausführlich durch die Welt der E-Autos zu kämpfen, habe ich mich kurzerhand für den Born entschieden. Der Wagen stand als Neuwagen sofort verfügbar beim Händler.

    Als „Hauptwagen“ fahre ich einen 330d in der aktuellsten Version, weshalb ein direkter Vergleich natürlich etwas unfair wäre. Mein Erfahrungsbericht fällt dadurch wahrscheinlich auch subjektiv etwas negativer aus, als der Born es vielleicht tatsächlich verdient hätte.

    Kommen wir aber erstmal zum Positiven:

    Design

    Ich finde auch heute noch, dass der Born durchaus ein schickes Auto ist. Im Vergleich zum ID.3 wirkt er definitiv sportlicher, auch wenn er für meinen Geschmack etwas zu hoch ist.

    Leider musste ich ihn in Silber nehmen, da das verfügbare Fahrzeug beim Händler nur in dieser Farbe ausgestellt war. Aber so schlimm ist die Farbe letztendlich auch nicht.

    Interieur

    Auch das Interieur finde ich grundsätzlich gelungen – wenn man das Mini-Display einmal außen vor lässt.

    Der große Bildschirm ist völlig in Ordnung, die Größe reicht mir allemal. Positiv finde ich außerdem, dass das Startmenü und die Apps nahezu ohne Ladezeiten geöffnet werden. Nur, dass es bei manchen Menüpunkten keinen zurück-Knopf gibt und ich wieder auf die Startseite muss... naja

    Sitze und Platzangebot

    Die Sitze empfinde ich als ziemlich bequem und vorne hat man ausreichend Platz.

    Zum Platzangebot im Fond kann ich allerdings nicht wirklich viel sagen. Ich saß bisher nur bei der Fahrzeugübergabe einmal kurz hinten.

    Was mir allerdings richtig gut gefällt: In der Mitte gibt es keinen störenden Hubbel im Fußraum. Die Fläche ist komplett eben. Das findet man nicht bei jedem Auto.

    Kofferraum

    Der Kofferraum ist für meine Zwecke ausreichend. Kleinkram und diverses Zeug passt gut unter die Ablage und auch ein großer Koffer bekommt problemlos Platz.

    Akkureichweite

    Auch hier bin ich positiv überrascht.

    Hatte ich Anfang des Jahres noch einen Verbrauch von ungefähr 21 kWh, liege ich mittlerweile bei etwa 16,4 kWh.

    Ich fahre allerdings nur selten Autobahn. Meine theoretische Reichweite schwankt dementsprechend meistens zwischen etwa 450 und 520 km.

    Fahrspaß

    E-Auto fahren macht einfach Spaß. Gerade das direkte Ansprechverhalten gefällt mir.

    Von den 231 PS bin ich allerdings etwas enttäuscht. Im Anzug empfinde ich den Born nicht als schneller als meinen alten Leon FR mit 184 PS.

    Laden

    Das Laden ist im Prinzip so, wie ich es erwartet habe. Wenn man laden muss, muss man eben warten. Die meisten Säulen gehen, manche nicht. Warum auch immer.

    Die angegebenen 150 kW erreiche ich zwar nur selten. Welche Voraussetzungen dafür genau erfüllt sein müssen, ist mir ehrlich gesagt auch nicht ganz klar.

    Und nun zum Negativen:

    Das kleine Display

    Für mich eine komplette designtechnische Fehlentscheidung.

    Dass es tatsächlich nur einmal verwendet wurde und sonst in keinem anderen Modell, sagt eigentlich schon alles.

    Die Touch-Bedienung

    Ebenso eine komplette Fehlentscheidung.

    Es hat meiner Meinung nach schon seinen Grund, warum diese Lösung beim Born verwendet wurde und bei anderen Modellen anschließend nicht weiterverfolgt wurde.

    Auch die Entscheidung, für vier Fenster lediglich zwei Schalter einzubauen, erschließt sich mir nicht.

    Genauso wenig verstehe ich, warum vorne links bei der Lichtbedienung gleichzeitig noch Schalter für die Heizung untergebracht sind.

    Und wie man auf die Idee kommen konnte, den Schalter für den Heckscheibenwischer so zu platzieren, dass man dafür seine Hand regelrecht verrenken muss, ist mir ebenfalls ein Rätsel.

    Das alles könnte ich noch irgendwie verkraften.

    Was mich mittlerweile allerdings regelrecht ankotzt, ist die ständige Bevormundung durch ein meiner Meinung nach schlecht durchdachtes Sicherheitskonzept.

    Einparkhilfe

    Fangen wir mit der Einparkhilfe an.

    Wenn sie denn überhaupt vernünftig funktioniert und mir nicht irgendwelche Parklücken angezeigt werden, in die gerade einmal ein Smart passt, während gleichzeitig Lücken übersehen werden, in die ein LKW passen würde, habe ich in ungefähr 6 von 10 Fällen das Problem, dass das automatische Einparken wegen eines angeblich erkannten Hindernisses abgebrochen wird.

    Das allein wäre noch halbwegs verschmerzbar, weil man den Vorgang anschließend wenigstens fortsetzen kann.

    Was allerdings ein regelrechter Witz ist: Wenn sich während des Einparkvorgangs ein Auto von hinten nähert oder beispielsweise ein Fußgänger auf der gegenüberliegenden Straßenseite einfach nur auf dem Bürgersteig entlangläuft, bricht das Auto den Einparkvorgang ab und schaltet sich aus.

    Dann bleibt einem nichts anderes übrig, als das Auto wieder zu starten und selbst einzuparken oder weiterzufahren.

    Remote-Einparkhilfe

    Auf die Remote-Einparkhilfe hatte ich mich anfangs tatsächlich gefreut.

    Funktioniert hat sie bei mir allerdings bisher noch kein einziges Mal, weil ständig die Verbindung zum Fahrzeug abbricht.

    Standheizung / Vorklimatisierung

    Auch die Standheizung bzw. Vorklimatisierung funktioniert bei mir vielleicht in 6 von 10 Fällen.

    Manchmal bekomme ich einfach keine Verbindung zum Fahrzeug und habe keine Ahnung, warum.

    Sicherheitslogik beim Nichtangeschnalltsein

    Aber zurück zur Bevormundung.

    Als ich das erste Mal mit dem Auto bei mir zu Hause in den Garten gefahren bin, etwas ausgeladen hatte und anschließend rückwärts in unsere Wendebucht fahren wollte, ging das Auto plötzlich aus.

    Und zwar jedes Mal, wenn ich mich dabei umgedreht habe und nicht angeschnallt war.

    Der Grund ist offenbar, dass man beim Umdrehen leicht mit dem Hintern vom Sitz abhebt und das Auto dadurch denkt, man wolle aussteigen.

    Das passiert übrigens nicht nur mir, sondern ist auch allen anderen passiert, die das bei uns ausprobiert haben.

    Und das nervt einfach tierisch.

    Warnton bei geöffneter Tür oder Heckklappe

    Wenn ich etwas auslade und dabei eine Tür oder der Kofferraum geöffnet ist, fängt das Auto an zu piepen.

    Und zwar laut und jedes Mal, wenn ich mich mehr als ungefähr einen Meter vom Auto entferne.

    Als ob ich nicht selbst sehen würde, dass der Kofferraum sperrangelweit offen steht.

    So einen Quatsch habe ich bei noch keinem anderen Auto erlebt.

    Keyless Entry

    Keyless Entry hat anfangs super funktioniert.

    Mittlerweile fängt es allerdings immer häufiger an, nicht mehr zu funktionieren.

    Verkehrszeichenerkennung

    Die automatische Verkehrszeichenerkennung funktioniert bei mir nur in Ausnahmefällen zuverlässig.

    Warum es außerdem keine vernünftige Ampelerkennung gibt, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

    Scheibenwischer

    Wenn die Sonne scheint und ich ins Auto steige, gehen regelmäßig die Scheibenwischer an.

    Fahre ich rückwärts, laufen sie permanent.

    Trotz Sonnenschein und trockener Scheibe.

    Notbremsassistent

    Der Notbremsassistent greift manchmal ohne für mich ersichtlichen Grund ein.

    Lautstärke

    Kurioserweise wird die Musiklautstärke beim Auffahren auf die Autobahn bei mir teilweise leiser statt lauter.

    App-Installation

    Seit mittlerweile etwa vier Monaten wird mir im Display angezeigt, dass irgendeine App installiert wird.

    Es wird allerdings nichts installiert.

    Die Anzeige bleibt einfach bestehen.

    Fazit

    Zusammenfassend würde ich sagen: Der Born ist grundsätzlich ein gutes Auto.

    Die Menge an Dingen, die mich mittlerweile nerven, nicht durchdacht sind oder teilweise schlicht nicht funktionieren, hat bei mir allerdings inzwischen die Oberhand gewonnen.

    Ich bin deshalb ehrlich gesagt froh, wenn mein Leasingvertrag nach zwei Jahren endet und ich das Auto wieder abgeben kann.

    So, wie das Auto aktuell ist, würde ich den Born niemandem mehr empfehlen.

    Besonders interessant finde ich dabei den Vergleich mit dem Raval. Dort kann man meiner Meinung nach sehr gut sehen, dass Cupra viele der Schwächen des Born-Innenraums erkannt und bei der neueren Generation deutlich besser gelöst hat – zumindest was Haptik und Anordnung der Bedienelemente betrifft.