Ich würde auch nie wieder zum Verbrenner zurück wollen, weil bei mir zu 95% die Vorteile überwiegen (zu Hause laden zu können, der günstigere Energiepreis, das schönere Fahrgefühl, der kleinere Umwelt-Impakt). Ich nähme das auch in Kauf, wenn ich hier wo ich wohne auf Laden an öffentlichen Säulen angewiesen wäre, weil es geht doch recht flott und hier gibt es zig Schnelllader im näheren Umkreis von 3 km (und eine stets freie AC-Station in 500 m Entfernung), die mit einem entsprechenden Abo nicht teuerer als der Hausstrom wären.
Kann aber nachvollziehen, dass diese Modell nicht für jeden passt. Wer unter Zeitdruck sehr viel Langstrecke fahren muss, der wird genervt sein, wenn an der Autobahn entweder alle Säulen belegt sind, oder auf dem Raststättenschild großspurig eine Lademöglichkeit angekündigt ist und man dann vor Ort vier Ladeparkplätze bestückt mit einer einzigen E.On-Säule mit zwei Anschlüssen, die beide rot leuchten (ist mir gestern passiert, als ich noch ein wenig nachladen wollte). Die nächsten Stationen im Umkreis hätten alleine 22 Minuten Anfahrzeit gehabt und die nächste auf der Strecke keine Möglichkeit, auf eine saubere Toilette zu gehen. Tarik Bay (Youtube-Elektrobays-Channel) war in einem seiner Videos in Italien mit einem Fiat 500 unterwegs, und eine DC-Säule hat nicht nur nicht funktioniert, sondern das ganze Auto für eine halbe Stunde lahm gelegt, es wollte aufgrund von Fehlermeldungen gar nicht mehr losfahren.
Es braucht immer noch ein paar Jahre, bis alles reibungslos funktioniert und es für jeden passt, wir sind auf dem Weg dahin (800 V Technik, immer mehr Lademöglichkeiten, Ad-hoc-Zahlungsmöglichkeit, Ausstattung von Tankstellen mit Ladesäulen etc.). Bis zum Beispiel der letzte Verbrennerfahrer kapiert hat, dass man an Ladesäulen nicht zu parken hat (vielleicht achten die Ordnungsämter mal darauf, schöne Grüße nach Köln-Deutz, Messeparkplatz!). Aber wer es wirklich will und gelegentliche Nachteile in Kauf nimmt (weil er die Vorteile höher bewertet), und wenn er oder sie nicht gerade Laternenparker in der Großstadt mit hohem Anteil an Langstrecken ist, der kann heute schon sehr gut klar kommen, auf jeden Fall in Deutschland und BeNeLux, das sind meine Nachbarländer, in denen ich gelegentlich unterwegs bin. Ggf. kann man zur Not auch mal einen Verbrenner mieten. Immer noch besser, als ständig CO2 und Stickoxide in die Luft zu blasen.