Nach dem Frühstück, Taschen packen, auschecken und Wagen beladen war der SoC dann immerhin nach 13h Ladezeit auf 82%. Damit sollten wir problemlos bis Dammer Berge kommen. ABRP meinte zwar, wir sollten vorher noch 8% in 6 Minuten an einer EnBW-Säule nahe einer Autobahnauffahrt laden, aber ich sah darin keinen Vorteil, wir würden immer noch mit 25% bei Ionity Dammer Berge ankommen. Also losgefahren.
Das Wetter war anfangs noch sonnig (geregnet hatte es nachts zuvor; dank der Wassertropfen auf dem Lack ließ sich die ganze Möwenschiete mit Papiertüchern wegwischen, die uns die einheimische Tierwelt als Abschiedsgruß hinterlassen hatte), aber der Himmel wurde zusehends dunkler. Wir waren sparsam unterwegs und so entschloss sich ABRP selbstständig, den Kurzstopp wegzulassen und dirigierte uns Nonstop nach Dammer Berge. Allerdings brauchten die Insassen dann wieder einen Stopp bei 70% SoC. Die zugehörigen Ionity-Säulen ignorierte ich also - bis auf den Quasar-grauen Born, der dort lud.
Der erste, den ich auf der Tour sah.
Sorgenvoll fiel auf der Weiterfahrt mein Blick auf eine defekte und drei belegte (von insgesamt 4) Ladeplätzen in der Anzeige, an der sich sehr lange nichts änderte. Aber eine Stunde vor der prognostizierten Ankunft waren dann zwei, schließlich sogar drei Säulen frei. Ich gab dann etwas Gas, bis auf 150. Der Wagen lag super auf der Straße, hatte immer noch Durchzugskraft bei dem Tempo, aber es roch ein wenig nach erhitztem Plastik, worauf sich meine Frau Sorgen um eine überhitzte Batterie machte. Ich führte das darauf zurück, dass der Wagen noch neu sei, nie richtig belastet worden und sich noch nicht alle Gerüche verflüchtigt hatten. Bin dann aber etwas langsamer gefahren, der Geruch verschwand wieder. Vielleicht war er auch von draußen gekommen. Der Geruch kam danach jedenfalls nicht wieder.
Am Rasthof angekommen fanden wir eine Säule rot leuchtend und somit defekt, zwei blaue (belegt, ladend) vor, eine grüne frei. An der ersten hatte eben erst ein ID.3 festgemacht, die Insassen verließen gerade das Fahrzeug. Ich stellte mich daneben, schloss das Kabel an und bekam wieder 140 kW Ladeleistung bei 32% SoC (wieder sparsamer gewesen als ABRP vorausgesagt hatte). Ich sollte auf 92% laden. Der ID.3 nebenan war ebenfalls bei 30% SoC, zog aber nur 65 kW - selbst mit der kleineren Batterie hätte er eigentlich über 80 ziehen sollen. Vielleicht waren die 150 km/h zuvor dann doch für etwas gut gewesen, oder ich hatte die bessere Software. ![]()
Drinnen Toilettenbesuch und was Warmes zu Mittag gegessen. Eigentlich sollte das Laden 57 Minuten dauern, aber wir kauten noch unsere Pommes, als laut Cupra App schon 90% SoC erreicht waren. Ich wollte eigentlich bei 90% aufhören, aber setzte dann auf 100% hoch, damit der Wagen die Säule nicht sinnlos blockierte. Inzwischen regnete es draußen Katzen und Hunde. Bei 95% versuchte ich das Laden per App zu stoppen, aber die App reagierte so langsam, dass ich erst nach zweimaligem Neustart und 96% das Laden unterbrechen konnte. Ein paar Minuten später waren wir dann wieder am Wagen, wo mich schon sehnsüchtig ein Ioniq-5-Fahrer erwartete, ob ich denn wegführe? Ja, denn alle Säulen waren belegt. Ich war noch beim Kabel Abstecken, als mich ein anderer Fahrer ansprach, der an der kaputten Säule parkte. Ich meinte noch, der eine Herr hätte schon vorher gefragt, aber der zweite Fahrer meinte, er habe schon viel länger gewartet und sei deshalb jetzt dran. Macht das unter Euch aus, dachte ich mir, und entgegnete nichts. Als ich ausparkte, setzten sich beide Wagen in Bewegung. Ich musste noch eine Ehrenrunde am Parkplatz drehen, um wieder auf die Autobahn zu kommen und sah die beiden noch mit roten Köpfen heftig gestikulierend um den Ladeplatz kämpfen. Ich selbst wäre wohl einfach an den nächsten EWE-Go-Lader 20 km weiter gefahren. Na ja, die Raststätte ist aber auch schön.
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Der Regen kam nun in Strömen runter, aber Borni hielt problemlos die Spur und erkannte alle Verkehrszeichen, vorausfahrende Fahrzeuge und die Linienbegrenzungen. Da kann man echt nicht meckern, das kann der Born. Soll Tesla hierin ja haushoch überlegen sein.
2h und 188 km weiter bei immer noch SoC 44% brauchten wir nochmals eine Toilette nahe Wuppertal. Es gab auch eine EnBW-Säule, aber wir würden bis zu Hause durchkommen und da war das Laden billiger und batterieschonender. Also wieder nur Boxenstopp für uns Zweibeiner.
Mittlerweile kam die Sonne wieder raus. Nach einer weiteren Stunde dann in strahlendem Sonnenschein mit Zwischenstopp bei einem Einkaufszentrum zu Hause angekommen. 20% SoC übrig. Auf den Langstrecken hatten wir 21,2 kWh/100 km verbraucht bei meist 120 km/h und einer Umleitung über Landstraße von ca. 30 km wegen einer Vollsperrung und einer Stunde 100-110 wegen starken Regens. Fahrzeit mit Pausen waren 6h15, davon 48 Minuten Ladezeit und rund 30 Minuten weiterer Stopps zur Blasenentleerung, die man zur Ladung hätte nutzen können. Hätten wir nichts gegessen, hätte man eine halbe Stunde weniger brauchen können.
Kam sehr entspannt an, das Fahren im Regen mit Connected Travel Assist war wirklich eine Erleichterung. Zukünftig muss ich leider ein wenig die Fahrstrecken begrenzen, weil ich ansonsten die laut Leasing-Vertrag vereinbarten Kilometer (basierend auf der Strecke mit dem Vorgängerfahrzeug in den letzten 3 Jahren) um 100% überschreiten werde. Das Auto macht einfach viel zu viel Spaß!