Beiträge von Blueskin

    Jeder muss realistisch seine wirklichen Dinge vergleichen, um eine Einschätzung zu treffen.

    Da stimme ich Dir zu!

    Wenn Du persönlich unbedingt ein Auto fahren möchtest, welches eine (verhältnismäßig) hohe Leistung hat, obwohl Du eigentlich nur im Stop-and-Go-Verkehr herumzockelst, ist für Dich ein Elektroauto unter dem Verbrauchskosten-Aspekt ideal. Zumal gerade in diesem Betriebsmodus der Verbrauch beim Elektroauto - anders als beim herkömmlichen Benziner mit großem Motor - niedriger ist als auf der Strecke.

    Da wäre es auch verständlich, wenn DU sogar einen Ladestrom-Preis von 1 Euro noch in Ordnung findest, da es selbst dann für DICH nicht teurer ist als mit einem Spritschluck-Verbrenner.


    Bei den meisten anderen dürfe die Rechnung jedoch anders aussehen. (Meiner Meinung nach.)

    Aber soweit scheint es noch nicht in die Wahrnehmung gekommen zu sein, dass ein Politiker in einer Talkshow den Vergleich anführt, in dem eine alleinerziehenden Krankenschwester im Wohnblock aufs öffentliche Laden angewiesen ggü. einem typischen FDP-Wähler mit Eigenheim und eigener PV Anlage dargestellt wird.

    Noch nicht!

    Für den allgemeinen Bürger ist das genauso uninteressant wie die Ausgestaltungen der Blockiergebühr an Ladesäulen oder ein umgefallener Sack Reis in Indien.

    Das ändert sich ab dem Moment, in dem er sich dafür interessiert, wie es wohl wäre, trotz fehlender Lademöglichkeit zu Hause doch ein Elektroauto zu fahren.

    Selbst wenn das Vorhaben an anderen Dingen scheitert, wird er diese 2-Klassen-Situation mitbekommen haben und als einen dicken Punkt in der "Geht nicht"-Liste verbuchen.

    Okay, im Moment sind das noch nicht allzu viele, die das überhaupt in Erwägung ziehen ; insofern haben die Ladestrom-Anbieter noch etwas Zeit zum Absahnen.

    Verbraucht Dein vergleichbarer Benziner so wenig, dass 0,59 kWh teurer ist als Benzin für 1,72€?

    Man muss natürlich gleiche Klasse und gleichenPS Leistung vergleichen.

    Auch wenn das nicht mein Post war: Gleiche Klasse in etwa? Ja!

    Aber gleiche PS-Leistung? Wozu? Weil dann aufgrund der übertrieben hohen PS-Leistung der Elektroautos nur ein Spritschluck-Verbrenner als Vergleich dienen "darf"?

    Warum dann nicht "gleiche Höchstgeschwindigkeit" als Vergleichsbasis? Weil dann die meisten Elektroautos ziemlich alt aussehen würden? (Hihi, der Born muss dann mit Dacia Logan verglichen werden ^^)


    Neenee, gleiche Größenklasse und Fahrzeugart, dann wird der Born schon irgendwo vergleichbar mit Verbrennern der 6 Liter-Klasse (Verbrauch! Nicht Hubraum!) Gemischter Fahrbetrieb, auf der AB selten schneller als 130 km/h.


    Ein Auto mit 9 oder 10 Litern Verbrauch habe ich zuletzt vor ca 20 Jahren gefahren (war damals ein Fehlgriff aufgrund Mimimimi). Alle späteren und auch der BMW Diesel davor lagen darunter.


    Insofern : Bezüglich Verbrauch nicht irgendwelche alten Spritschluck-Verbrenner mit aktuellen BEV vergleichen, sondern damit, was aktuell auf dem Markt angeboten wird. (Das gilt übrigens auch für die Geräuschkulisse)

    Ich bin ja in sehr vielen Dingen ganz Deiner Meinung, aber hier sehe ich das schon anders.

    Da mein Auto das Fahrzeug meiner (eigenen) Firma ist, sind alle Kosten buchhalterisch erfasst und werden von mir sehr genau gesehen.


    Da ich zudem noch ätzend geiz... äh... sparsam bin, habe ich sowohl vor 4 Jahren als auch jetzt wieder seeeehr genau verglichen. (Aber vor 4 Jahren war das mangels zusagendem Elektroauto schnell erledigt.)

    Und obwohl ja höhere Kosten des Firmenwagens freundlicherweise von anderen Steuerzahlern gesponsort werden, ist es für mich neben der.... Sparsamkeit... auch eine Frage des Prinzips.


    Also:

    Ja, die Leasingraten sind tatsächlich der größte Posten und der sieht für das Elektroauto schon mal nicht so gut aus wie für einen Benziner mit Preisverhandlungs-Spielraum.


    Aber danach kommt schon gleich als zweitgrößte Position der Posten Treibstoff/Ladestrom. Zumindest, wenn man wie ich komplett öffentlich laden muss. Ich weiß natürlich nicht, welche Faktoren Du beim Rechnen verwendet hast, aber ein Vergleich kann da aktuell eigentlich nur zugunsten des Elektroautos ausgehen, wenn man als Vergleichsfahrzeug eine alte Benzin-Möhre mit hohem Verbrauch dagegen stellt.


    Oder ums einfach zu sagen : Ein Benziner mit 6 Liter Verbrauch (echt, nicht WLTP-Märchen) hat bei Spritkosten von 1,80 € die gleichen Spritkosten wie der Born bei 20 kWh Verbrauch (echter Jahresdurchschnitt incl. Ladeverlusten) und einem Ladestrom-Preis von 54 ct/kWh. Alles darüber an Verbrauch oder kWh-Preis läuft ins Negative für das BEV.


    Die Ersparnis bei Kfz-Steuer (84 €) ist nicht erwähnenswert und die monatlichen Kosten für Wartung- und Verschleiß-Paket sind gleich hoch. Wahrscheinlich, weil z. B. der Ford Puma auch nur alle 2 Jahre zur Inspektion muss und in den Werkstätten die Kosten für das - anscheinend vergoldete - Motoröl umgehend ersetzt wurden durch die Kosten für den vergoldeten HV-Mechaniker 8o


    Auch die in der Vergangenheit günstigeren Versicherungsbeiträge für BEV sind ins gleiche Nirvana entschwebt - zusammen mit der grandiosen THG-Quote :rolleyes:


    So bleibt in meiner(!) Berechnung nur die Besserstellung beim geldwerten Vorteil für die Privatnutzung.

    So geht es dann doch noch - wenn auch sehr knapp - zugunsten des Born aus.


    Und diese "0,25%-Regelung" ist für mich auch offen gesagt der einzige Grund, überhaupt ein Elektroauto zu nehmen und diesen Mist mit der öffentlichen Laderei auf mich zu nehmen.


    Noch etwas zu:

    "Sei es der Parkplatz (ähm günstig gelegene Ladesäule) in der Innenstadt oder eben die Stromkosten überall soll es für lau sein - da fehlt mir als sozialer Mensch irgendwie das Verständnis."


    Zwischen "für lau" und "ich zahle ohne Murren das dreifache des Hausstrompreises" ist ein großer Bereich.

    Ich habe den Eindruck, keiner der hier im Forum gegen die aktuelle Entwicklung der Ladestrompreise protestiert, verlangt eine kostenlose Laderei - nicht einmal Michael Schmitt ;)


    Ich habe ja mitbekommen, wie tatsächlich noch bis vor ca 2 Jahren (in einem anderen Forum) von einigen vehement dafür eingetreten wurde, dass ihnen quasi alles umsonst zusteht weil sie ja sooooo viel für das Klima tun. Sogar von "moralischer Überlegenheit" war da stellenweise die Rede - was aber eher eine moralische Überheblichkeit war.


    Quer durch alle Foren bildet sich nach meinem Dafürhalten aktuell eher so eine Ansicht, dass ein als fair empfundener Preis etwa bei 40-50 Cent ohne "Klimmzüge" liegt und gerne auch etwas günstiger sein darf, wenn man per App seine Daten hergibt. Und gerne eine weiterer Nachlass, wenn man Grundgebühr zahlt. Das alles aber INCLUSICE Roaming!!


    Gerade wenn Du Dich als sozialen Menschen siehst, kannst Du doch eigentlich auch nicht wollen, dass sich hier eine weitere soziale Kluft öffnet zwischen denen, die günstig zu Hause laden können und denen, die mit öffentlichen Ladepreisen abgezockt werden.

    Ja, mich persönlich kostet der Strom nach Steuern eh nur etwa die Hälfte des gezahlten Preises, aber ich versuche(!), auch über meinen Tellerrand hinaus zu schauen. (Und außerdem bin ich wie bereits erwähnt geizig. Und die Hälfte eines niedrigen Preises ist eben auch günstiger als die Hälfte eines hohen 8o)

    Naja, unabhängig von aktuellen Margen beim kWh Verkauf sollten die Unternehmen nochmals in sich gehen und überlegen wieviele potentielle Kunden sich aufgrund des aktuellen Preisgefüges und der Tatsache, dass man aufgrund der Menge an Anbietern und Tarifen den Überblick verliert, nicht jetzt schon in die Emobilität wechseln.


    Aber wahrscheinlich ist man sich seiner Sache sicher, die Kunden werden schon gezwungenermaßen kommen, die Zeit spielt für uns („Verbrennerverbot“).


    Daran kann man mMn gut erkennen, dass politische Eingriffe in das Marktgeschehen oftmals zu negativen Konsequenzen führen können.

    Momentan ist es gerade so, dass die Mineralöl-Konzerne zeigen, wie man es macht, dass Autofahrer sich bitteschön KEIN Elektroauto kaufen, sondern lieber wieder einen Benziner.


    Bei mir in der Umgebung (Saarland) muss man sich derzeit sehr ungeschickt verhalten, um überhaupt 1,70€ zu zahlen ; "nebenan" in Luxemburg ist der Preis kürzlich nochmals auf für alle Tankstellen einheitliche 1,56 € gesenkt worden. (jeweils bezogen auf E10)


    Irgendwie greifen dann die prognostizierten Horrorszenarien von Spritpreisen weit jenseits der 2 € nicht so recht.


    Das ist quasi das verbesserte Prinzip Rockefeller-Prinzip : Der soll damals Öllampen extrem günstig verkauft haben, um sein Öl an den Mann bringen zu können. (Das kennt man heute noch bei Tintenstrahldruckern).

    Die Mineralöl-Konzernen verkaufen günstigen Sprit, damit sich die Verbraucher weiterhin Verbrenner kaufen, die dann viele Jahre lang Sprit benötigen. Eigentlich sehr clever.


    Im Gegensatz dazu kennen die Preise für öffentliches Laden (vor allem im Roaming und ohne Anbieter-spezifische Apps oder Abos) nur einen Weg: nach oben.


    Die Ladestrom-Anbieter scheinen eher zu denken: "Wir müssen jetzt ordentlich zulangen, bevor dieser Elektroauto-Hype vorbei ist." Anscheinend glaubt man dort weder an das Durchsetzen der Elektromobilität (jenseits des Nutzens innerhalb der Reichweite der heimischen Wallbox), noch daran, dass durch niedrige Ladpreise diesbezüglich eine langfristige Wirkung erzielt werden kann. Die Investitionen müssen nun anscheinend sehr schnell amortisiert werden, bevor der "Spuk" vorbei ist.


    So zumindest mein persönlicher Eindruck!

    Die Sache hat aber 2 Seiten:

    Ja, das Elektroauto hält den Einsatz der Klimaanlage bei vollem Akku länger durch als ein Verbrenner, weil ja kein Motor laufen muss.

    Aaaaber: wenn der Akku schon ziemlich leer ist, sieht das anders aus!

    Und jetzt mal überlegen, wie oft ich auf einer längeren Reise mit dem BEV mit ziemlich leerem Akku von einem Stau "erwischt" werden kann und wie oft beim Verbrenner. Zumal man mit dem Verbrenner auf längeren Reisen mit Stau-Potential meist zusehen kann, dass der Tank gar nicht erst so leer wird, dass es überhaupt kritisch werden könnte. Zur Erinnerung: Beim Verbrenner ist es ja fast kein Mehraufwand, bei einer Pause auch den noch halbvollen (oder halbleeren :/) Tank sehr schnell wieder voll zu machen. (So zumindest mache ich das immer; insbesondere bei Sommer-Reisen in den Süden ). Beim Elektroauto ist es dagegen sehr ineffizient, bei 40-50% nachzuladen, zumal man auch dann nur bis ca 80% laden sollte. Da käme man aus der Laderei echt nicht mehr raus.


    Insofern kann man meines Erachtens nicht sagen, dass die Situation mit dem Elektroauto GENERELL problemloser wäre.

    fh1902 : Danke für diesen Bericht, den ich so richtig schön "geradeaus" finde! Nix beschönigend, kein Bashing; einfach nur eine klare Schilderung. 👍👍👍

    Ich habe lediglich eine Anmerkung :

    Dass automatisch rekuperiert und gebremst wird, wenn ich auf den Vordermann "auffahre", finde ich meist noch hilfreich.... Dass hingegen obwohl ich weder ACC noch irgendwas anderes adaptives oder gar prediktives habe automatisch gebremst wird, um das hinterlegte Tempolimit einzuhalten, ist in vielleicht nem Viertel der Fälle hilfreich.

    Das liest sich für mich aber so, als hättest Du sehr wohl ACC-Tempomat und diesen sogar "mit allem" (also sogar mit Anpassung der Geschwindigkeit an Tempolimit) aktiviert.

    Meine persönliche Meinung :

    - Abholung in WOB: Ich müsste schon grundsätzlich mit dem Klammerbeutel gepudert sein, mein Auto in WOB oder sonstwo selbst abzuholen, wenn es dafür als Gegenleistung für meinen Aufwand nicht einen satten Nachlass auf die "Überführungskosten" gibt. (ab 50% Nachlass würde ich mit mir reden lassen) . Und im speziellen bei VW/Cupra aktuell: Bei der derzeitigen Problematik mit der Erstellung/Versand der Zulassungsbescheinigung II (aka Fahrzeugbrief) und den Zulassungsstellen hat man viel Spaß, wenn der vereinbarte Abholtermin in Wolfsburg deshab platzt und der nächste freie Termin erst 3-4 Wochen später ist.

    - Paket "Wartung+Verschleiß" : Was das Paket Dich während der gesamten Leasingdauer kostet, WEISST Du heute. Was Dich in xx Monaten die Inspektion kostet, kann man Dir heute nur VORAUSSICHTLICH sagen. Von den Verschleißteilen ganz abgesehen. Du WEISST weder, ob bzw. was kaputt geht, noch was es kostet. Für mich war bei allen bisherigen Fahrzeugen (und nun auch am Born) aber das Wichtigste am Paket "Wartung+Verschleiß" : Es gibt keine Diskussion, was nun noch unter Garantie fällt und was lediglich als Verschleiß eingestuft wird. Die Werkstatt soll einfach machen, es wird über einen der beiden Punkte bezahlt. Dass es beim Paket auch noch einen Mobilitätsersatz gibt, ist nur noch die Kirsche auf der Sahne auf der Torte.