Ich persönlich kann niemanden einen BEV als einziges Fahrzeug empfehlen, wenn nur als Zweitwagen oder Oberklasse Fahrzeuge die eine größere Range haben und doppelt so schnell laden.
Sorry, aber warum verallgemeinerst Du so? Du kannst niemandem einen Cupra Born 58kWh empfehlen. Aber nur aus den Erfahrungen des Cupra Born auf alle BEVs zu schließen ist meiner Meinung nach ziemlich falsch.
Außerdem reden wir hier auch nicht von der Oberklasse, sondern von ID.7, iX3 oder 4er BMW oder irgendeinem Tesla. Da ist die Oberklasse weit entfernt.
3x angehalten zum Laden für jeweils knappe 30 Minuten.
Reine Fahrzeit 7:08 Stunden + Ladezeit und genau da liegt das Problem!
Die Ladezeit ist viel, viel zu lang.
8:30 Stunden für 710 km, das macht wirklich keinen Spaß.
Mit einem (ich sag es jetzt mal gemein) BESSEREN Elektroauto (bzw. besser geeignetem) hättest Du die Strecke mit 130km/h Reisetempo mit zwei Ladestopps mit insgesamt 40-50 Min. Ladezeit gemeistert.
Das ist halt ein großes Problem der schlechten Software. Wenn das Navi einen automatisch "sortenrein" an die passende Ladesäule des gewünschten Anbieters lotst, hat man solche Probleme meist nicht.
Wie wichtig dies ist und wie gut es funktioniert merkt man aber meist erst, wenn man selbst mal so ein Auto mit guter Software fährt.
Der Born gehört leider nicht dazu.
Das gleiche Bild ist bei mir in der Firma, alle mit Tesla wollen wieder einen BEV, die skoda und VW Fahrer sagen meistens: hoffentlich ist das Leasing bald zu Ende. Komisch, dass das so weit auseinander driftet.
Das ist genau das, was ich sage, Ist das Konzept "Elektroauto" gut umgesetzt, funktioniert es auch. Insbesondere die erste Generation der VW MEB-Fahrzeuge ist aber halt leider nicht unbedingt gut. Schlechte Ladeleistung, wenig Ladeflexibilität und eine echt miese Software.
Eigentlich ist meine jetzige Frage, warum sind die Tesla Fahrer so positiv oder positiver als Andere?
Weil dort der Schmerzpunkt "Laden" einfach besser umgesetzt ist. Das Navi führt einen zum Supercharger, man steckt das Kabel ein, fertig.
Die Software funktioniert auch und nervt einen nicht.
Die fancy Software blendet bei vielen auch wohl aus, dass Fahreigenschaften und z.B. einige Assistenzsysteme eben nicht so gut funktionieren wie woanders.
Dass rein kamerabasierte Assistenzsysteme bei ungünstigen Bedingungen nicht funktionieren ist ja schon mehrfach bewiesen worden.
Bei VW ist es so: Das Navi plant verschiedene Anbieter ein. Gerne auch mal Ladepunkte auf der Gegenseite der Autobahn, geschlossene Ladepunkte oder Ladepunkte auf Privatgelände. Einen Anbieterfilter gibt es nicht. Man benötigt eine Batterie an Ladekarten oder akzeptiert die teuren Preise.
Hinzu kommt, dass die Ladeplanung auch meist überhaupt nicht passt und das System ständig neu ermittelt.
Abgerundet wird dies dann noch durch das schlechte digitale Erlebnis: Bedienung lahm und ruckelig, wenige Funktionen und eine App, die nichts kann und oft ausfällt.
Natürlich ist man dann abgenervt. Volles Verständnis!
Jetzt erweitere ich mal den Horizont und sage: Nicht nur Tesla und VW bauen Elektroautos. Die Ladeplanung bei BMW ist z.B. sogar der von Tesla überlegen. Plug and Charge gibt's da auch.
Mein abschließender Rat: Sieh zu, dass Du den Born los wirst. Er passt nicht zu Deinem Anwendungsbereich und deinen Ansprüchen. Das kann ich komplett verstehen. Weil der "kleine alte" Born ist für die Langstrecke halt wirklich nicht so toll. Man muss viele Kompromisse eingehen.
Aber bitte bitte beziehe Deine persönlichen Erfahrungen mit EINEM Elektroauto nicht auf die gesamte E-Auto Welt.
Wenn es geht, leih Dir mal einen elektrischen Hyundai, BMW oder von mir aus einen aktuellen VW mit großem Akku.
Du wirst ganz schnell merken, dass auch alles anders sein kann.