Beiträge von Benni

    Ich würde trotzdem immer ein Netzwerkkabel in die Garage ziehen, allein schon weil manche Wallboxen darüber gesteuert werden. Vielleicht ist es jetzt noch nicht aktuell, aber sollte der Fragesteller mal eine Photovoltaik-Anlage haben und PV-Überschuß-Laden betreiben wollen oder will er irgendwann (auch ohne Photovoltaik) mal dynamische Stromtarife nutzen, braucht die Wallbox einen Netzwerkanschluß.

    Und wenn man einmal Kabel verlegt, spielt es vom Arbeitsaufwand ja keine große Rolle, ob man in dem Zug jetzt ein Kabel verlegt oder drei.

    Man darf Heimspeicher und Traktionsbatterien nicht einfach so vergleichen, die einen sind auf Zyklenfestigkeit optimiert und die anderen auf Leistungsabgabe und möglichst hohe Kapazität, da ergeben sich völlig andere Alterungsverläufe. der Auto-Antriebsbatterie tut ein Ladestrom von 2C lange nicht so weh, wie das wäre wenn man einen Stationärspeicher im Haus so belasten würde, der genau auf seinen Einsatzzweck hin optimiert ist, nämlich auf viel Kapazität bei moderaten Strömen.

    Die PKW-Hersteller garantieren ja auch bei weitem nicht so viele Ladezyklen. Da kann man dem Akku dann mehr abverlangen, weil der übliche Fahrer eh nicht so viele km fährt bevor der Wagen dem Rost etc. anheim fällt.


    Ich nehme als Beispiel meinen eigenen Born mit 77kWh Akku. Der Wagen hat, wenn man ihn voll auflädt, eine abgeschätzte Reichweite von 320km. VW gibt auf den Akku 160.000km Garantie. Dividiert man diese garantierte Strecke durch die Reichweite, kommt man auf nur 500 Ladezyklen. Nur 500 Zyklen! Das ist verdammt wenig, schafft ein Handy-Akku schon das Doppelte und ein Heimspeicher das Zehnfache.


    Aber ok, für den Wenigfahrer, der das Leasingfahrzeug nach 2-3 Jahren eh wieder abgibt, ist das egal. Für Leute, die richtig Strecke machen, ich schaffe die 160.000km in nur 3 Jahren, die Autos kaufen und fahren bis nichts mehr geht, wird das dann schon interessant. Ach ja, wie an anderer Stelle schon erwähnt: 90% Autobahnanteil

    70 kW Dauerleistung sind halt überhaupt kein Problem

    Ich habe den 77/82kWh Akku an Bord. Selbst wenn wir von der Dauerleistung ausgehen, komme ich bei dieser Kombination immer noch auf 0,86C. Das ist zwar schon gut, weil <1C, aber immer noch nicht optimal.
    Beim 60kWh Akku wären es 1,17C und somit zuviel.


    In der realen Welt ist die Dauer der Beschleunigung mit hohem Energiebedarf durch den Geschwindigkeitsbegrenzer limitiert, und die Dauer der Rekuperation dadurch, dass man, naja, irgendwann nicht mehr fährt, sondern steht.

    Fahr mal den Großglockner runter und überlege dir wie lange da der Wagen am Stück rekuperiert. ;)

    Was müsste der Elektriker im Schaltschrank noch zusätzlich installieren?

    Fangen wir mal vorne an, ich gehe einfach von einer 11kW Wallbox aus. Oder hast du eine 22kW Wallbox?


    Damit der Born vernünftig läuft, benötigst du besagte Wallbox in der Garage. Diese Wallbox benötigt üblicherweise ein Anschlusskabel NYY 5x4mm², wobei der Querschnitt abhängig von der Schleifenimpedanz und vom Spannungsfall ist. Bei kurzen Leitungen reicht ggf. auch 5x2,5mm², bei sehr langen Leitungen muss es ggf. 5x6mm² sein. Zusätzlich benötigst Du ein LAN-Kabel zur Garage, da die Wallboxen je nach Modell gerne per LAN/WLAN nach Hause telefonieren und auch der Born gerne einen WLAN-Accesspoint in der Garage hat, um darüber für Updates etc. nach Hause zu telefonieren. Es gibt auch extra LAN-Kabel für den Außenbereich, zu erkennen an der schwarzen Ummantelung. Für die Steuerung der Wallbox benötigst du ein Telefonkabel. Ich würde da immer 8-adrig, verlegen, weil die Rundsteuerempfänger üblicherweise insg. 4 Relais haben und du so alle Kontakte in die Garage rüber holst. Auch da gilt wieder: Mußt du draußen durchs Erdreich, brauchst Fernmelde-Erdkabel, also z.B. A-2YF(L)2Y 4x2x0,8.


    Wenn es gut läuft, muss der Elektriker im Zählerschrank nur einen 4-pol FI/LS C16/0,03A installieren, z.B.: ABB DS2003NC C16 A30. So ein kombinierter Fehlerstrom- und Leitungsschutzschalter ist nur 4 Teilungseinheiten breit und mit etwas Glück paßt der auch noch in den bestehenden Schrank. Das Problem ist, dass mit den Arbeiten an der Elektroanlage der Bestandsschutz verfällt. Wenn der Elektriker also Hand an die Anlage anlegt, muss die Anlage danach überall, also auch in der Küche im Wohnhaus, aktuellen Sicherheitsstandards genügen. Da kann es dann teuer werden, weil ggf. Sicherheitstechnik nachzurüsten ist, die früher entweder nicht vorgeschrieben war oder gar nicht existierte.

    Hat man dagegen einen APP550 dürfte er sogar robuster als der VZ sein, da ihm ja weniger Leistung abverlangt wird.

    Achtung: Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat der VZ zwei E-Maschinen an Bord. Die e-Maschine auf der Hinterachse läuft durchgehend und fürs Beschleunigen wird eine zweite E-Maschine auf der Vorderachse zugeschaltet. Da hat der APP550 auf der Hinterachse im VZ die gleiche Spitzenleistung, nur fehlt der "nicht VZ"-Version der zusätzliche Motor auf der Vorderachse.

    Ich glaube nicht, dass da vor 2030 was komplett neues kommt, was den Born bzw. ID.3 ablöst.

    Ich denke schon, dass sie da etwas wirklich NEues mit einer neuen Plattform bringen müssen, allein schon der 800V Technik wegen. die MEB-Plattform ist einfach am Ende und hätteeigentlich schon lange im VW-Konzern durch die SSP-Plattform auf breiter Front abgelöst werden sollen. MEB+ ist ja auch nur eine Notlösung, weil sei SSP nicht fertig bekommen.