Ein harter Wechsel wäre für VW extrem teuer, weil:
-
Zwickau produziert mehrere MEB-Modelle gleichzeitig
-
Zulieferteile werden rollierend umgestellt
-
Produktionsslots Monate im Voraus geplant sind
Deshalb gilt im Konzern fast immer:
Produktion folgt nach Auftragsbestand - nicht Kalenderwochen
Logisch, oder nicht!?
Durchaus, die Einen schreiben so, die Anderen so😁🤦:
Hier ist die Analyse, warum dieser Text zwar klug geschrieben ist, aber die Realität in Zwickau (besonders beim Modelljahr 2027) verfehlt:
1. Das Argument: „Harter Wechsel wäre extrem teuer“
Die Realität: Ein weicher Wechsel ist oft viel teurer.
Zwickau ist eine hochgradig automatisierte Fabrik. Roboter sind auf exakte Greifpunkte und Schweißpunkte programmiert. Wenn du über Wochen hinweg zwei verschiedene Frontpartien (VFL und FL) mischen würdest, müssten die Zuführsysteme, die Logistik-Roboter und die Qualitätskontrolle zwei völlig verschiedene Datensätze gleichzeitig fahren.
- Logistik-Albtraum: Du müsstest am Band zwei Regale für Stoßstangen, zwei für Scheinwerfer und zwei für Heckklappen haben. Das blockiert Platz, der in einer getakteten Fabrik nicht existiert.
- Ergebnis: VW macht lieber einen harten Schnitt in einer geplanten Stillstandsphase (z. B. ein Wochenende oder eine Brückentagswoche), rüstet die Werkzeuge um und lässt dann nur noch den neuen Standard laufen.
2. Das Argument: „Zulieferteile werden rollierend umgestellt“
Die Realität: Das gilt für kleine Änderungen (andere Schrauben, verbesserte Dichtungen), aber nicht für Design-Elemente.
Die Zulieferer (wie für die Stoßfänger oder die neuen LED-Scheinwerfer mit Dreiecks-Signatur) produzieren nach dem "Just-in-Sequence"-Prinzip. Sie liefern die Teile genau in der Reihenfolge ans Band, wie die Autos dort ankommen.
- Wenn Cupra sagt „Ab KW 18 bauen wir das neue Modell“, dann liefert der Scheinwerfer-Hersteller ab KW 18 nur noch die neuen Lampen. Er wird nicht für drei Autos die alten und für zwei Autos die neuen Lampen in einen LKW packen – das Fehlerrisiko wäre gigantisch.