„Sauhaufen“, „alle unfähig“ oder ähnliche Aussagen sind natürlich schnell geschrieben. Aber die Behauptung, dass dort alle nichts können oder Kunden bewusst verärgert werden sollen, halte ich für eine ziemlich gewagte These.
Ich gehe grundsätzlich erst einmal davon aus, dass die meisten Menschen ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erledigen. Dass es zu Verzögerungen kommt, ist ärgerlich, keine Frage. Aber wir reden hier immer noch über einen unverbindlichen Liefertermin, dessen Einhaltung von vielen Faktoren abhängt – von Zulieferern über Logistik bis hin zu kurzfristigen Änderungen in Produktions- und Lieferketten.
Als Endkunde sieht man meist nur das Ergebnis, kennt aber die Hintergründe nicht. Deshalb sollte man vielleicht nicht sofort alle Beteiligten für unfähig erklären, nur weil etwas nicht nach Plan läuft. Kritik ist völlig legitim, aber ein wenig Sachlichkeit schadet dabei nicht.
OK, lass mich das mal auseinandernehmen:
"Sauhaufen" - Das unterstütze ich auch und habe es wohl auch schon verwendet.
"'alle unfähig' oder ähnliche Aussagen" - Das ist jetzt falsch zitiert. @Alexander_0817 hat das nicht gesagt. Ich zumindest finde es nicht in dem von dir zitierten Text.
"Aber die Behauptung, dass dort alle nichts können oder Kunden bewusst verärgert werden sollen, halte ich für eine ziemlich gewagte These." - Hat er auch nicht geschrieben. Wenn du sowas in den Raum stellst, belege es bitte mit den richtigen Zitaten .
Auch ich glaube an das Gute im Menschen. Und auch ich glaube, dass die allermeisten einfach in Ruhe ihre Arbeit machen wollen, und zwar so gut wie möglich.
"Aber wir reden hier immer noch über einen unverbindlichen Liefertermin" - Ja, aber auch für unverbindliche Liefertermine gibt es Regeln. Wenn ich die nicht einhalten kann, darf ich die Termine nicht vergeben.
"...dessen Einhaltung von vielen Faktoren abhängt" - Ja, der Konzern wird auch nur für die Faktoren verantwortlich gemacht, die er beeinflussen kann. Aber die Arbeit mit den Zulieferern, Logistik und die Organisation der Lieferketten gehört nunmal zum Kerngeschäft eines Autokonzerns.
"Als Endkunde sieht man meist nur das Ergebnis" - Völlig korrekt. Und das ist für mich auch das einzig relevante, und auch nur das, was ich bezahle und nutze. Was hilft es denn, wenn alle Beteiligten ja ganz toll arbeiten, am Ende aber trotzdem jede Menge Murks rauskommt? Die Hintergründe sind mir auch ziemlich wurscht (so lange Volkswagen seine Leute anständig bezahlt und behandelt und bei der Produktion europäische Standards und die jeweiligen Regeln und Gesetze einhält). Ich habe bei Cupra ein Auto bestellt, dass ich fristgerecht in vernünftiger Qualität geliefert bekommen möchte. Ich habe einen Vertrag unterschrieben, den ich zu erfüllen gedenke. Von der anderen Seite erwarte ich das auch.
Ich will nicht die Leistung des Arbeiters am Band oder der Reinigungskraft im Autohaus schmälern. Gegen die vielen Leute in den verschiedensten Positionen, die einfach ihre Arbeit machen, hege ich keinen Groll. Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an.
War das sachlich genug?