Beiträge von Georgie

    Vielleicht ganz spannend für die Technikinteressierten unter uns:


    Audi bietet im Facelift des Q4 e-tron als Einstiegsvariante den APP350-Motor in einer Leistungsstufe mit 150 kW/204 PS an. Gekoppelt ist der nicht mit dem von Ford, Cupra und VW bekannten LFP-Akku, sondern mit dem alten 63-kWh-brutto-Akku mit NMC-Zellchemie und 160 kW Ladeleistung.


    Kurioserweise kommt der gleiche Motor auch bei der kleineren der beiden Allradvarianten zum Einsatz, nur dann halt mit großer Batterie und einem kleinen Hilfsmotörchen an der Vorderachse.


    Audi Q4 e-tron: Elektrischer Bestseller wird noch funktionaler
    Audi macht den elektrischen Bestseller Q4 e-tron noch vielseitiger und funktionaler. Im Innenraum überzeugt das überarbeitete Modell mit einer neugestalteten…
    www.audi-mediacenter.com

    Vor der Abfahrt noch vollgeladen und mit aufgewärmtem Akku gestartet? Kurz zuvor Reifendruck erhöht? Stau, Baustellen, Radfahrer, sonstige Verkehrshindernisse aufm Weg? Zusätzlich zum schönen Wetter macht das alles was aus.


    Bin gestern meine 360-Kilometer-Runde zum Fußball und zurück (~50% Autobahnanteil) am Stück durchgefahren. Aus Übervorsicht für 20 Minuten an die Stoßstange eines LKW geklemmt, wäre gar nicht nötig gewesen, hatte am Ende noch 7% plus Reserve im Akku. Vonne Autobahn runter zum Ladepark, anschließen, paar kWh nachladen, zurück auffe Autobahn geht hochgerechnet auch nicht schneller, auch wenns natürlich weniger toddeslangweilig ist. Geht mit guten Bedingungen und etwas Selbstbeherrschung jedenfalls schon klar. Würde so eine Fahrweise aber keinen Passagieren antun wollen, die vergrault man damit nur.

    Bedenklich fand ich hinterher jedoch, dass hochgerechnet aus Verbrauch und verfahrener Strecke nur noch rund 50 kWh an Akkukapazität übrig sind. Damit hätte meiner in dreieinhalb Jahren und 45.000 km rund 4 kWh oder 8% Akku verloren. Find ich bei mäßiger Fahrleistung und schonender Akkunutzung schon recht viel.

    OK, aber trotzdem verstehe ich die Erwartungshaltung nicht. Das war doch ganz klar eine Werbeveranstaltung für die diversen Influencer und auch das erste Mal, das Cupra das Facelift Firmenfremden in die Hände gegeben hat. Natürlich zeigt die Firma da lieber zuerst das Beste, Größte, Tollste. Die wollen einen Hype haben und schicke Bilder in allen möglichen Medien.

    Ziemlich sicher läuft da jetzt eine strategisch geplante Marketingmaschinerie ab, wo jemand ganz genau geplant hat, wann wer welche Informationen bekommt. Das muss uns als Endnutzern nicht gefallen, aber so funktionierts nun mal...

    Dann brauche ich als Hersteller aber nicht irritiert zu sein, wenn meine Kunden erst einmal abwarten oder sich direkt woanders umschauen. Das ist für mich eine Frage der Transparenz, mein Produkt offen anschau- und erlebbar zu machen, -bevor- ich es verkaufe. Wer so wie ich kein Interesse an einem VZ hat, wird aus den ganzen blumigen Influencervideos der letzten Tage null Erkenntnisgewinn gegenüber der Vorstellung vor paar Wochen gezogen haben.


    Als tatsächliche, nützliche Verbraucherinformation sind bei dieser PR-Masche generell die kleinen Autoyoutuber hilfreicher. Die, die paar hundert Abonnenten haben, nicht auf der Schnellwahltaste von Cupras Presseabteilung stehen, die ihre Testfahrzeuge ganz ehrlich über Autovermietungen oder Probefahrten bei kooperativen Händlern akquirieren müssen. Die wollen einem nix im Auftrag ihrer glorreichen Corporate Overlords verkaufen, sondern können sich ehrliche Tests leisten.

    Good point bezüglich der Navigationskarte im Fahrerdisplay. In der Pressemappe zum ID.3neo steht explizit drin:


    Zitat

    Anders als die kleineren digitalen Instrumente im Vorgänger, bietet das neue „Digital Cockpit“ zudem verschiedene grafische „Views“ – inklusive einer Integration der Kartendarstellung des (optionalen) Navigationssystems.

    Diese Info fehlt in der Pressemappe zum Born, obwohl da natürlich die gleiche Software drauf läuft.


    Danke für den Link zu Inside-EVs. Die haben da eine schöne Mischung aus eigenen und offiziellen Pressefotos mit drin. Am auffälligsten ists bei den beiden Cockpitbildern, wo die angezeigten 80% Akku selbstverständlich exakt 480 km Reichweite ergeben, die 80% der ursprünglich angekündigten 600 km Reichweite sind. Alles natürlich nur Zufall. Zwinkizwonki. Die selbstgemachten Fotos zeichnen natürlich ein anderes, realitätsnäheres Bild.

    Die Folie mit den Regenerationseinstellungen ist auch spannend. Neben den reinen Verzögerungswerten (für die ab einer bestimmten kinetischen Energie sowieso die Reibungsbremsen benötigt werden) hätte man aber noch den maximalen Energiefluss zurück in den Akku angeben können.


    Apropos "realitätsnah": schade, dass wir offensichtlich noch paar Monate warten müssen, bis auch die Basisvariante ihren Weg auf Youtube findet. Kann man nur auf kleinere Kanäle hoffen, die sich die Autos aus Probefahrten oder Vermietungen holen.

    Verkehrssicherheitstechnisch ist das aber sachlich richtig. An hoher Geschwindigkeit ist noch nie jemand umgekommen. Was dich umbringt, sind große Geschwindigkeitsunterschiede. Und ein zu plötzliches Stehenbleiben. ;)


    Fahren alle Verkehrsteilnehmer relativ zueinander gleich schnell kriegt man den höchsten Durchsatz am Autos pro Zeiteinheit, mit kleineren Abständen und weniger Ziehharmonikaeffekt. Da ist eine hohe absolute Geschwindigkeit gar nicht mal so entscheidend. Gerade unbeschränkte Streckenabschnitte sind in Sachen Durchsatz wahnsinnig ineffizient, da das hohe delta_V einzelner Autos viel größere Sicherheitsabstände nicht nur der Schnellfahrenden erfordert, sondern aller anderen Verkehrsteilnehmer, die jederzeit mit etwas doppelt so Schnellem von hinten rechnen müssen.

    Meiner Meinung(!) nach ist auch tatsächlich nur die Variante mit großem - und praxiserprobtem - NMC-Akku (ob VZ oder nicht) interessant. Denn ich habe kein gutes Gefühl bezüglich der tatsächlichen Funktionalität des krachneuen LFP-Akkus. Mein nicht objektives Bauchgefühl prophezeit Winter-Desaster 🙄... aber ich hoffe natürlich für die Besteller dieser Variante, dass es sich irrt. 🤞🏼

    Für mein Fahrprofil mit regelmäßigen Langstrecken von ~370 km würde der kleinere Akku sogar reichen, wenn die 58 kWh die tatsächlich nutzbare Energie von 100% auf 0% darstellten und der neue Motor ein paar Prozent effizienter wäre als der alte. Mein jetziger hat ja 54 kWh der Batterie nutzbar, und mit viel LKW-Windschatten auf der Autobahn ist die Strecke im Sommer gerade so drin. Im Winter reicht dafür selbst der größere Akku nicht aus, ohne nachladen zu müssen.


    Ich sehe es nicht ein, von der Sparpolitik des Konzerns zum größeren Akku gezwungen zu werden, nur weil der Konzern seine Kunden in völliger Intransparenz bezüglich der Fähigkeiten und Leistungsvermögen des geplanten Volumenmodells seiner Produktpalette stehen lässt. Die bringen mich als verantwortungsvollen Kunden in eine Position, mit der Entscheidung für das Produkt bis mindestens ein Jahr nach Markteinführung zu warten, wenn es endlich Fahrberichte, Reviews, Erfahrungen mit dem Antrieb auch zur Wintersaison geben wird. So eine Katze im Sack kann ich nicht verkaufen, ohne die Intelligenz meiner Kunden in Frage zu stellen.

    Gerade auf Wikipedia nachgeschaut: zwischen dem VFL 150 kW und FL 140 kW liegen knapp über 50 kg und nur 0.3 Sekunden in der Beschleunigung. Ist dann doch nicht so weit auseinander. Hatte nur den Beschleunigungswerte von meinem älteren Born im Kopf, eben die 7.3 Sekunden, und nicht aufm Schirm, dass der kleinste Antrieb mit der größeren Modellpflege vor zwei Jahren schon beschnitten wurde. So sind die Werte nun wirklich kein Thema mehr.


    Hab mich aber erschrocken, was für eine Kuh der VZ eigentlich ist. Kommt der echt auf über zwei Tonnen?

    Der "kleine" Akku nur noch 140kW/190 PS statt 170kW/231PS wie meiner, zwar 350NM statt 310NM Drehmoment (was generell gut ist) aber 0-100 braucht der 8,0 Sekunden statt 6,7 wie meiner. Klar, wie oft nutzt man das, aber schon enttäuschend. Ich fürchte, die gefühlte Leistung fällt da auch ab. Mein alter 150 PS TSI DSG Formentor hatte auch schon 8,9s. Klar, war im alltag ausreichend.

    Beschleunigungswerte von Verbrennern und Stromern lassen sich nicht 1:1 vergleichen, weil bei uns die volle Leistung anliegt, sobald der Fuß das Pedal berührt. Die Fossilie muss erst checken was der Fahrer will, dem Getriebe seine Pläne mitteilen, das wiederum Kuppeln und die richtige Anzahl Gänge runterschalten muss, bevor es laut wird. Relevanter als 0 auf 100 sind im Alltag all die kleinen Zwischensprints: Autobahnauffahrt, enge Lücke zum Überholen nutzen, die auf gelb springende Ampel mitnehmen. Da kommt nix an Stromer heran.


    Dennoch verblüfft die deutlich schwächere Beschleunigung beim Facelift. Nehmen wir fairerweise den Vergleich zum alten 204-PS-Antrieb, sollten 14 PS weniger und ~40 Nm Drehmoment mehr nicht zu 0.7 Sekunden langsamerer Beschleunigung führen. Mein Verdacht ist, dass VW dem neuen Motor ein neues, länger übersetztes Getriebe spendiert hat. Einmal um mit dem höheren Drehmoment klarzukommen, einmal um lächerlich unrealistische Verbrauchswerte auf den Prüfstand zu zaubern. Der bisherige Motor war bei Geschwindigkeiten jenseits der Landstraße schon relativ hungrig, eben weil ziemlich kurz übersetzt mit der Antriebsachse verbunden. Und bei einem Ein-Gang-Getriebe kann man nicht mehr tun, außer einen Schieberegler zwischen "Beschleunigung untenrum" und "geringem Verbrauch obenrum" zu verschieben. Tertium non datur.

    Mazda selbst hat da gar nichts gebaut. Der 6e ist lediglich ein Rebadge des Deepal SL03(?), und wird.mit dem zusammen bei Changan in China gebaut. Die haben hierzulande natürlich überhaupt keine Strukturen, und deswegen kann Mazda nur eine halbherzige Lösung à la "bitte, lieber Verbraucher, verwende unser Produkt nur genau so, wie wir es wollen" anbieten.


    Muss VW nicht auch so passieren. Dennoch gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Idealerweise wartet man mit dem Kauf der 58-kWh-Variante, bis ein Winter durchs Land gezogen ist, Early Adopter dran glauben mussten, und seriöse Tester wie Björn Nyland das Auto in die Finger bekommen haben.

    wem interessiert hier der id3 neo.

    Mich, weil er als nächstes Auto genauso in Frage kommt wie mindestens ein halbes Dutzend anderer Fabrikate. Traurig genug, Cockpitknöpfe als USP ansehen zu müssen.


    Wenn beide Modelle von selben Band laufen ist es übrigens schon interessant, welches Modell wann seinen Bestell-, Produktions- und Lieferbeginn hat. VW könnte zur Markteinführung zuerst die margenstärkeren Modellvarianten bauen und ausliefern wollen, bevor zum Jahresende die unvermeidbare Rabattrallye einsetzt.