Beiträge von Erik

    Hallo EschBorn, dass du mir indirekt Steuerhinterziehung unterstellst, finde ich nicht nett. :) Ich gebe die Messwerte eines ungeeichten Messgerätes an. Ich gebe keine falschen Werte an. Dass das Finanzamt da drüber noch einen Plausabilitätscheck macht oder machen sollte, ist mir schon klar. Ob da aber 25km oder 26km stehen, juckt de facto keinen. Ich gebe sogar eine kürzere Route an, als die "verkehrgünstigste", die die gängigen Routenplaner vorschlagen, einfach weil die mir besser taugt und ich die wirklich fahre.

    Zum zweiten Teil deines Beitrags: "... wenn er sich nicht einem Compliance Risiko mit dem Finanzamt aussetzen will." Genau das ist der Grund, weshalb wir in Deutschland nichts auf die Reihe bekommen. Wenn es irgendwo eine unklare Situation gibt, wird der Weg des geringsten Risikos gewählt und alles tausendfach abgesichert, statt einfach mal zu machen. Dein Arbeitgeber lagert das Risiko aus zu einem externen Dienstleister und bezahlt bestimmt ein Schweinegeld dafür. Wenn der externe Dienstleister was verbockt, ist gegenüber dem Finanzamt trotzdem dein Arbeitgeber fällig. Aber schön für dich, du hast von deinem Arbeitgeber eine Wallbox spendiert bekommen.

    Bei meinem Arbeitgeber werden die horrenden Preise eines Ladekartenanbieters bezahlt, obwohl die Nutzung der privaten Wallboxen ein Drittel kosten und keiner was dran verdienen würde. Es könnte wegen der ungeeichten Wallbox ja jemand 10Cent zu viel erstattet bekommen. Und der Ladekartenanbieter schickt schöne offizielle Rechnungen, die die Buchhaltung erfreuen.

    Selbst wenn alles konform ist, wenn wer bescheißen will, kann er das an der geeichten Box auch: Ich muss ja nur die Zugangskarte des Dienstautos zur Freischaltung hernehmen, wenn mein privates Auto dran hängt...

    Danke Wolle-e für das Dokument und uns allen ein herzliches Willkommen in Deutschland!

    Für mich klingt das aber sehr stark nach Mimimi des Eichamts: "...ergibt sich aus Sicht der Eichbehörden...". Also aus Bürokratisch ins Deutsche übersetzt: "Heul, heul, das BMF hat irgendwas gemacht und dabei nicht meine Meinung/ Rechtsauffassung beachtet".

    Das BMF setzt die Anforderungen an die Messtechnik und die Nachweise bewusst niedrig, weil sie wissen, dass das anders gar nicht praktikabel ist. Das Eichamt sagt, das geht so aber nicht, weil steuerlich relevant, das muss alles geeicht sein. Die stellen ja sogar den MID-Zähler in Frage, und deine Wallbox zu Hause de facto kommerziellen Ladeboxen gleich und dich als Privatperson kommerziellen Ladestellenbetreibern.

    Mal als Vergleich: Der Kilometerzähler in meinem Privatauto ist auch nicht geeicht. Trotzdem nutze ich und Millionen andere genau diese Angaben, um meine Reisekosten abzurechen oder den Weg zur Arbeit steuerlich geltend zu machen. Verrate das bitte bloß keiner dem Eichamt!

    Im Endeffekt sehe ich einen Streit zwischen verschiedenen Behörden. Der wird sich auch nur beheben lassen, wenn sich die diversen Behörden auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, oder das mal ein Gericht entscheidet. Bis dahin wird die Steuer aber immer noch durchs Finanzamt erhoben, das in der Zuständigkeit des BMF liegt. Also gilt für den normalen Betrieb oder Arbeitnehmer die Rechtsaufassung des BMF. Ich erwarte jetzt nicht, dass morgen früh das Eichamt bei mir auf dem Hof steht und mir die Wallbox versiegelt, weil ich damit auch mal einen Dienstwagen laden könnte und dann die Kosten mit dem Arbeitgeber abrechnen würde.

    Da die Akkus immer größer werden, ist jedoch absehbar, dass 22kW so langsam Standard wird.

    Und ich wiederspreche Benni hier. :) Wenn es dir den Aufwand und das zusätzliche Geld wert ist, lass dir eine 22kW-Wallbox setzen. Aber für 99% der Fälle reicht die 11kW-Box völlig aus. Benni hat ein spezielles Fahrprofil, und muss dass Auto jede Nacht in kurzer Zeit komplett vollladen. Ich verstehe, dass er sich da 22kW wünscht. Bei den meisten anderen Leuten steht das Auto lange genug rum, dass man mit einer 11kW-Wallbox problemlos auch zwei oder drei E-Autos unterhalten kann. Und wenn es vielleicht doch einmal im Jahr ausnahmsweise ganz schnell gehen muss, fährt man halt an den nächsten Schnelllader, den es ja mittlerweile in jedem zweiten Dorf gibt.

    Ich sehe keinen Trend zur heimischen 22kW-Wallbox, eben weil sie kaum einer braucht, sie mehr kostet, höhere Anforderungen an die Hausinstallation stellt und sie regulatorisch aufwändiger ist. Frühe E-Autos (z.B. die frühen Zoes) hatten keinen CCS-Anschluss, d.h. 22kW-AC-Laden war der einzige Weg, die einigermaßen schnell voll zu bekommen. Das braucht man heute mit CCS nicht mehr.

    Die großen Autos mit den dicken Akkus werden sowieso meistens als Dienstwagen gekauft. Deren Fahrern ist der Strompreis egal, die laden eher nicht zu Hause, sondern in der Firma oder am Schnelllader.

    Das mit dem MID Zähler ist leider keine Idee des Arbeitgebers, sonders Vorgabe seitens des Gesetzgebers für die Abrechnung der Ladekosten.

    Bitte eine Quelle dafür.

    Ich kenne nur das Schreiben des BMF:

    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Lohnsteuer/2025-11-11-selbst-getragenen-stromkosten.pdf?__blob=publicationFile&v=3

    Seite 6, Abschnitt 3.1, Absatz 27. Da steht nur was von separaten Zählern, den gängige Wallboxen ja haben, nicht dass die MID-konform sein müssen.

    also suche ich eine Wallbox, an der ich privat laden kann, aber meine Frau dann auch irgendwann mal den Firmenwagen mit entsprechender Abrechnung; ich verstehe, man braucht dazu eine Box mit MID Zähler

    Die Frage ist eigentlich, wie arscheckig sich der Arbeitgeber im Zweifelsfall hier anstellt. Eine brauchbare Ladehistorie haben fast alle gängigen Boxen. Und die Zähler sind nicht besser oder schlechter, nur weil MID drauf steht. Außer das fürs Eichen und Zertifizieren jemand die Hand aufgehalten hat. Wenn das auch ohne akzeptiert wird, brauchst du es nicht.

    Du kannst ja die Ladeleistung im Auto und in der App reduzieren.

    Naja, das hat man aus der Vergangenheit gelernt, das man solche Systeme zur sicheren Seite hin designt. Also wenn man den Ladeziegel aus der Kiste nimmt und anschließt, darf erstmal kein menschlicher Eingriff nötig sein, damit er sicher ist. Weil Menschen Fehler machen oder Bedienhandlungen vergessen. Sicherer wäre es, wenn die Standardeinstellung der geringere Strom ist, und der Nutzer den höheren Strom erst einstellen kann, nachdem er sich überzeugt hat, dass das im aktuellen Einsatz OK ist.

    und wo bekommt man ein solches Design im "Zubehör"


    habe zwar die 230V Kiste für den Notfall "mitbestellt", für daheim schwanke ich noch zwischen "Wallbox" oder eine 380V Dose, an der ich dann einen KW "Ziegel" stecken kann, wie diesen go-e 11kw Flex

    Wie weiter oben schon gesagt: Die meisten China-Ladeziegel sind wahrscheinlich ganz OK, es ist aber ein Risiko dabei, weil halt auch immer wieder Schrott dabei ist. Ganz genau kann dir das deshalb nur ein Fachmann sagen, der dass Ding mal von innen gesehen hat. Ich habe ein Problem mit den windigen Adaptern im oben verlinkten Angebot. Ohne Adapter direkt an der Kraftstromdose würde ich den wahrscheinlich auch hernehmen.

    Mit einem go-e bist du sowieso auf der sicheren Seite.

    Ich hatte mal so einen Ladeziegel von Audi. Da konnte man mehrere Stecker anschließen: Schuko und Starkstrom. Beide Stecker waren keine Adapter, sondern wurden direkt am Ladeziegel angebracht und hatten natürlich auch eine Temperaturüberwachung in den Steckern integriert.

    Das wäre ein sicheres Design.

    Lässt sich pauschal nicht sagen. 10a mit vernünftiger Installation, da ist auch Schuko sicher

    Problem ist: In 3 Jahren von jetzt nach langer Nichtnutzung oder nur Betrieb an der Kraftstromdose kramt dein Sohn im ersten eigenen Urlaub im Ferienhaus das Ding aus der Kiste. Er kennt die ganze Vorgeschichte nicht. Die Bedienungsanleitung ist schon lange verloren. Er weiß nicht, dass er für Schuko die Leistung reduzieren muss, steckt die Adapter zusammen, wirft das Ding an und geht an den Strand. Und wenn er wieder kommt, sind Ferienhaus und Auto klein, schwarz und häßlich geworden...
    Der Adapter ist auch nichts anderes, als eine kurze Verlängerungsschnur, und über die hatten wir weiter oben schon geredet.