Ich frage mich bei solchen Aussagen immer wieder warum so viele Menschen noch Autos aus dem Konzern kaufen.
Vielleicht bin ich nicht der Standardkunde, aber mein Kaufprozess eines neuen Autos sieht so aus, dass ich zuerst in die freie Werkstatt meines Vertrauens gehe und zwei Fragen stelle:
- Mit welchen Fahrzeugen (Hersteller und Modell) kennt ihr euch richtig gut aus? Wofür habt ihr das Spezialwerkzeug?
- Ihr wißt, dass ich 50-60tkm pro Jahr mit dem Fahrzeug zurücklege. Welche Fahrzeuge (mit welchen Motoren, Getrieben, ...) taugen für diese Laufleistung? Bei welchem Fahrzeug ist es im Bereich des Möglichen, dass es 10 Jahre und 500tkm durchhält?
Das Fahrzeug, dass mir in der Werkstatt empfohlen wird, wird dann billigst gekauft.
Auf die Werkstatt bin ich vor 30 Jahren aufmerksam geworden. Damals hatte ich einen Audi A3 Modell 8L mit 1,8L 5-Ventil Benzin-Saugmotor (125PS), der aus dem Auspuff schwarze Flecken auf den Boden malte wie ein alter Diesel auf Heizöl und sich 20 Liter Super95 auf 100km nahm. Drei VAG Vertragswerkstätten haben sich an dem Fahrzeug die Zähne ausgebissen und konnten keinen Fehler finden. Ich war schon in Begriff den Wagen zu verkaufen, als ich der damals neu eröffneten freien Werkstatt bei uns im Dorf noch einen Versuch geben wollte. Eine halbe Stunde nachdem ich den Wagen dort hingebracht hatte, haben sie angerufen: "Junge, die Lambdasonde ist kaputt und liefert falsche Werte, so dass die Motorelektronik dann viel zuviel Benzin einspritzt." 3 Stunden und 200,- DM später hatte ich wieder ein funktionstüchtiges Auto. Der gleiche Wagen hatte auch massive Qualitätsprobleme mit der Wasserpumpe. Das Highlight waren Wasserpumpen, die gerade eben 5.000km geschafft haben, bis wieder das Pumpenrad von der Welle abgeschert war. Lösung der Werkstatt: "Junge, wir bauen dir jetzt die Wasserpumpe aus dem 1,8L Turbomotor ein, die ist aus Bronzeguß und nicht aus Plastik." Die Wasserpumpe ging nie wieder kaputt und hielt anschlie´ßend noch 180tkm.
Meine nächsten beiden Audi A3 (Modell 8PA und 8VA) haben nie eine VAG-Vertragswerkstatt gesehen, nicht einmal in der Garantiezeit. Und ja, die beiden Fahrzeuge sind auch bei mir gereift, was die Zuverlässigkeit angeht, indem mitunter wie oben bei der Wasserpumpe höherwertige Ersatzteile verbaut wurden.
Jetzt beim Born ist es das gleiche Spiel. Da habe ich auch vorher gefragt: "Könnt ihr das?" und "Wird der wohl die Strecke schaffen?" Die Antwort aus der Werkstatt war, dass sie mit der MEB-Plattform klar kommen und der Wagen spätestens mit einer Austauschbatterie die Strecke schaffen wird, wobei ich bei dem Treibstoff (Diesel contra Strom) soviel Geld sparen werde, dass ich davon locker werde die Austauschbatterie bezahlen können.
Wäre nicht der Batterierückruf dazwischen gekommen, der Born hätte auch nie eine VAG-Werkstatt von innen gesehen.
Was ich damit sagen will: Wer mir ein Auto verkaufen will, der muss über die Werkstatt kommen und nicht über den Showroom und über Werbung!
Aber mit der Einstellung bin ich wohl ziemlich alleine?