Ladeziegel plus Verlängerungsschnur

  • Danke, (aber) reine Schukosteckdose, wie ich das sehe.

    Die in einer teils feuchten Tiefgarage, ich weiß mal nicht ... :/


    * Unsere Seite enthält Affiliate-Links, für die unser Forum möglicherweise eine Vergütung bekommt.

  • Weshalb keine Verlängerungsschnur: Die Probleme bei hohen Leistungen treten eher nicht im Kabel selber auf. Klar wird ein 1,5mm²-Kabel warm bei 3,6kW. Aber mehr als handwarm sollte es nicht werden.

    Das Problem tritt auch auf, wenn man die Kabeltrommel nicht komplett abwickelt. Dann liegt das Kabel Wicklung neben Wicklung direkt nebeneinander und die Abwärme kann nicht an die Umgebung abgegeben werden, weil die Wicklung daneben ja auch heiß ist. Drum soll man bei großen Lasten Kabeltrommeln immer komplett abrollen. Bei 1,5mm² kommt außerdem das Problem das Spannungsfalls dazu. Bis zum Endgerät darf laut Norm die Spannung nur um 3% abfallen. Es müssen also 230V*0,97=223V an dem Ladeziegel ankommen. Schickt man die Daten durch den Taschenrechner, kommt dabei raus, dass das Kabel ab Sicherungskasten bis zur Wallbox nur 18,5m lang werden darf bei 1,5mm². In den 18,5m sind die Meter vom Sicherungskasten bis zur Steckdose aber schon drin. Drum wird 1,5m² oft nicht reichen und es muss 2,5mm² her. Bei 2,5mm² beträgt die maximale Kabellänge schon 31m.

  • Ich hatte überlegt, den Ladeziegel "Charge 230 V" für 200 € Listenpreis mit zu bestellen. Zum Glück habe ich vorher noch in Kleinanzeigen geschaut: Dort bekommt man solche Mode/Typ 2 Ladeziegel neu aus Zubehör-Restbeständen (deutscher) Automobilzulieferer für ca. 100 €. Nach meinen Recherchen sollten alle mit IEC 62196-2 Typ 2 autoseitigen Stecker und IC-CPD Überwachung an einem Cupra Born funktionieren.

    Je nach Version und netzseitigen Stecker ziehen die bis zu 3,6 kW (16 A) aus dem Netz. Bei Schuko sind es 2,4 kW.

    Ein größerer Hersteller ist z.B. die Fa. Aptiv - einfach mal googeln...

    > Ist das so korrekt oder habe ich etwas übersehen?

  • Die OEM-Ziegel aus dem VW-Konzern arbeiten regulär mit 10A bzw. 2,3kW (was sinnvoll ist weil man selten die "Dimensionierung" der Verkabelung der SchuKo-Steckdose kennt). Ich habe meinen auch über KLEINANZEIGEN erworben. APTIV hat mehrere Lader im Programm, unter anderem aber auch diesen "einfachen" ICP-Lader.


    Bzgl. "Verlängerungsschnur": Wenn die primäre Seite verlängert werden muss, dann sollte das Kabel natürlich entsprechend dimensioniert sein. Entstehende verluste sollten eher vernachlässigbar sein. Alternativ liesse sich auch die sekundäre Seite verlängern, diese kabel sind aber recht teuer (ab 120€). Offiziell sind die auch nciht zugelassen, es gibt aber welche, die sind sehr sicher, weil die Verbindungs-Stecker verriegelt werden und beim Entriegeln die Datenleitung unterbrochen wird (Mikro-Schalter). Habe selber so eines im Einsatz (an 11kW-Wallbox mit festem Kabel).

  • Richtig so.
    Nochmal zum allgemeinen Verständnis:
    Das Problem sind in aller Regel nicht die Kabelquerschnitte. In Deutschland sind die üblichen Stromkreise im Haushalt meist mit irgendwas zwischen 10 und 16A abgesichert, und mit Verkabelung mit entweder 1,5 oder 2,5mm² Querschnitt ausgeführt. Auch 1,5mm² mit 16A kann normgerecht sein. Das Kabel wird dann bei voller Belastung zwar warm, was natürlich höhere Verluste bedeutet, aber so lange die Wärme abgeführt werden kann, ist das kein Problem. Der vernünftige Elektriker wird trotzdem Anschlüsse mit hoher Dauerlast (z.B. Waschmaschine, Küchenherd oder auch die Dose zum Laden) mit 2,5mm² oder mehr ausführen.

    Wenn mal wieder irgendwo ein Haus wegen "technischem Defekt" abgefackelt ist, liegt das eher nicht am Kabel, außer ein Pfuscher hat Klingeldraht verbaut. Meist liegt es daran, das irgendwo eine Verteilerdose oder Steckdose das Kokeln anfing. Die Kabelenden werden ja irgendwo verschraubt, gesteckt, gekrimpt. Und das sind meist die Schwachstellen, weil dort die Kontaktstellen korrodieren. Dann gehen die Übergangswiderstände hoch, das Ganze wird heiß, dann gammelts noch schneller und irgendwann brennts.

    Die Ladeziegel haben, wenn sie vernünftig gebaut sind, in ihren Schukosteckern Temperatursensoren. Die bekommen also mit, wenn es dort heiß wird, und schalten ab. Die Steckverbindung deiner Verlängerungsschnur oder auch die uralte Verteilerdose mit Schraubklemmen in deiner Garage überwacht keiner...

    Deswegen: Direkte Kabelwege, möglichst keine Verteilerdosen, keine Verlängerungen, nur die absolut nötigen Steckverbindungen.

    Born Endurance 170 kW (231 PS) 79 kWh

    bestellt 24.2.2026

  • ... Meist liegt es daran, das irgendwo eine Verteilerdose oder Steckdose das Kokeln anfing. Die Kabelenden werden ja irgendwo verschraubt, gesteckt, gekrimpt. Und das sind meist die Schwachstellen, weil dort die Kontaktstellen korrodieren. Dann gehen die Übergangswiderstände hoch, das Ganze wird heiß, dann gammelts noch schneller und irgendwann brennts.

    So ist's. Diese Erfahrung "durfte" ich machen, als ist erstmals (2 Jahre nach Installation) meine Wallbox mit einem Leihwagen testete. Im Keller (Zwischenverteiler) waren die drei Phasen nicht ordentlich geklemmt. Das Fahrzeug wurde zwar über 20 Min. geladen (was im Nachhinein schon verwunderlich ist), das durchsichtige Gehäuse des Zwischenverteilers stand aber danach vollkommen unter Qualm weil durch die Hitzeentwicklung an der zu schwachen Übergangsstelle die Isolierung wegschmorte. Wegen des geschlossenen Gehäuses schlug der Rauchmelder im Keller nicht an.

    Im Nachheinein war's Glück, dass ich den Qualm in dem Klarsicht-Gehäuse bemerkt habe - bei einem geschl. Kasten wär's unbemerkt geblieben. Nach Neu-Verkabelung (mit weiteren Änderungen) habe ich sicherheitshalber noch mit einer Wärmebild-Kamera alles während des Betriebes geprüft. ;)

  • Wurde zwar auch schon erwähnt, aber nicht umsonst sagt das Sicherheitslabel sowie die Bedienungsanleitung der VW AG Ladekabel, dass keine Verlängerungskabel erlaubt sind.


    pasted-from-clipboard.png

    Stimmt. Dennoch ist ein ausreichend dimensioniertes (!) Verlängerungskabel auf der Primärseite deutlich sicherer als eine Zuleitung zu einer Steckdose über "zig" Verteilerdosen mit ungewissen Übergängen. ;)

  • Wurde zwar auch schon erwähnt, aber nicht umsonst sagt das Sicherheitslabel sowie die Bedienungsanleitung der VW AG Ladekabel, dass keine Verlängerungskabel erlaubt sind.

    Uns hat damals im Studium der Prof gesagt: "Ihr müsst mir die Normen nicht zitieren. Ihr werdet die Normen machen!".

    Was ich damit sagen will: Ich verzichte nicht auf die Verlängerungsschnur, weil da VW irgendwo ein Label draufgepappt hat, oder weil das in irgendeiner Bedienungsanleitung oder Norm steht. Normen sind nur ein Hilfsmittel.

    Wichtiger ist für mich, die technischen Zusammenhänge und die Hintergründe zu verstehen. Viele Normen und technische Vorschriften sind mit dem Blut von Unfallopfern oder dem Ruß abgebrannter Häuser geschrieben. Also ich verzichte ich aufs Verlängerungskabel, weil ich verstanden habe, wie gefährlich das ist, und warum das jemand in die Anleitung schreibt.

    Born Endurance 170 kW (231 PS) 79 kWh

    bestellt 24.2.2026