Zu geringe Endgeschwindigkeit und mangelhafte Rekuperation

  • Offtopic ja, aber egal. Heutzutage gibt es wirklich wenig Zeitersparniss , das stimmt.

    Das liegt aber an den vielen Beschränkungen.

    In den 90er bin ich tatsächlich mal in brütender Hitze von 35 Grad, von Torbole nach Köln in unter 8 Stunden gefahren, mit einem MTB auf dem Dach und 3 Kids über lange Strecke 200 und darüber. Heutzutage sind 11 Stunden eine gute Zeit, 3 Stunden gespart sind ja nun nicht nichts. Außerdem macht es viel mehr Spaß.


    Aber dann habe ich sicher mit dem Born VZ nichts verkehrt gemacht, zusätzlich bekomme ich noch einen Terrramar Plugin mit 272 PS, der eh fürs Reisen gedacht ist.

  • Ich will mal meine Geschichte erzählen, wie es mir mit der Elektromobilität erging. Wir hatten in der Familie immer zwei Autos: zuletzt einen Polo, mit dem meist meine Frau die Kurzstrecken erledigt hat, und einen Seat Leon ST, der für meinen Arbeitsweg, die Urlaubsfahrten (Norwegen, Schweden, Normandie, Toskana usw.) und meine Dienstreisen herhalten musste. Letzten Sommer hat der TÜV uns vom 15 Jahre alten Polo getrennt. Meine Frau wollte keinen Verbrenner mehr, kurzfristig verfügbare elektrische Kleinwagen gab es aber auch nicht so viele. Letztendlich wurde es ein Opel Corsa mit 49kWh nutzbarer Batterie. Ein tolles Auto für den Alltag, nix für weite Strecken. Dachten wir zumindest.

    In den Winterferien hatten wir eine Tour nach Kopenhagen geplant, ca. 700km einfache Strecke. Und ein paar Tage vorher zerfährt uns ein Traktor den Seat, Totalschaden. Also musste der Corsa ran. Mit einem Kleinwagen mit kleiner Batterie bei knackigem Frost nach Dänemark. Schlimmer gehts nicht.

    Nur: Es war gar nicht schlimm. WIr sind auf der Autobahn gemütlich gerollt, so ca. 110-120km/h. Wir mussten dreimal nachladen. Auch das klappte gut. Beim letzten Mal ging es nur um ein paar Kilometer. Der Zeitverlust gegenüber früheren Verbrennerfahrten war sehr überschaubar. Und ich glaube, mir haben die Pausen gut getan. Ich war noch nie so entspannt, nach so einer langen Tour. Deswegen freue ich mich auf meinen Born, und auch auf die Fernfahrten mit ihm.

  • Bei diesen "Mit dem Elektroauto, dessen niedriger Geschwindigkeit und den notwendigen Pausen ist das Reisen ja so viel entspannter"-Geschichten frage ich mich immer:

    Wer oder was zur Hölle hat Euch denn gezwungen, mit dem Verbrenner durchgehend zu rasen und/oder KEINE Pausen zu machen??!


    Ich dagegen fand die Langstrecken mit dem Verbrenner wesentlich entspannter als mit dem BEV, da wir auch damit schon max 120-130 km/h gefahren sind (im grundsätzlich tempolimitierten Ausland sowieso) und alle 2-3 Stunden eine kurze(!) Pause ggf mit Fahrertausch gemacht haben.

    Aaaaaber diese dann je nach Lust und Laune, Wetter, wo es uns gerade gefiel, ein Hüngerchen auftrat etc. . Und nicht gezwungenermaßen dort wo der Akku schon den "richtigen" SoC hat, UND sich auch gleichzeitig eine Ladestation des Abo-Anbieters befindet UND die möglichst auch nicht nur aus 4 dauerbelegten Säulen besteht, von denen eine auch noch ein oller 50kw-Triple-Charger ist.


    Mit dem Verbrenner bei dieser Kombination aus gemäßigter Geschwindigkeit, entsprechendem Verbrauch, kurzen(!) Pausen kamen wir immer extrem entspannt am Ziel an und mussten sogar - je nach Urlaubsziel - nicht mal an einer teuren und überfüllten Autobahn-Tankstelle zwischentanken. Da bin ich mit dem Born aufgrund der erzwungenen Laderei unterwegs wesentlich unentspannter.


    P. S.: Die Frage von zu geringer Höchstgeschwindigkeit ist ja wirklich ein ein rein deutsches Problem und von Leuten, die anscheinend nie oder zumindest nicht oft ihre Nase über die Landesgrenzen hinaus stecken. ^^

    Cupra Born MJ 25, 170kW, 60kWh, SW 5.2, Edition Dynamic, GJR, Vapor grey, Cargo, Pilot L, Sennheiser, Flux-Kompensator; EZ Anfang September 2024

  • Bei diesen "Mit dem Elektroauto, dessen niedriger Geschwindigkeit und den notwendigen Pausen ist das Reisen ja so viel entspannter"-Geschichten frage ich mich immer:

    Wer oder was zur Hölle hat Euch denn gezwungen, mit dem Verbrenner durchgehend zu rasen und/oder KEINE Pausen zu machen??!

    Es wird halt sehr oft als Argument gebracht als Vorteil von Verbrennern: Mann kann durchbrettern. Ich will das auch nicht rundum schlecht machen, habe ich auch schon gemacht auf 500 km leerer und trockener Autobahn.

    Bisher: ID.3 60kWh Bj 2024 - bestellt für 6/2026: Cupra Born Dynamic Edition 60kWh

  • Sorry für bissel OT:

    Was bei diesen ganzen Diskussionen auch immer irgendwie unter den Tisch fällt:

    Warum muss man unbedingt ein Auto für 100% der Zwecke besitzen, nur weil es 0,5% nicht erfüllen kann?


    Beispiel: Ich habe noch NIE ein Auto mit AHK besessen (seit 2001 Führerschein) und auch keinen Anhänger.

    Trotzdem bin ich oft genug mit Hänger unterwegs gewesen, wenn es nötig war...

    Gibt/gab IMMER jemand im Freundes/Bekanntenkreis der nen Hänger hat und mir den geliehen hat und teilweise auch das Auto dazu, bzw. es gab nen Mietwagen mit ahk....


    Auch Langstrecken.

    Wir hatten von 2018 bis jetzt einen e-Golf, der kann fast alles im Alltag nur keine Langstrecke....

    Auch der Born wird von uns 100% NICHT für Urlaubsfahrten mit 1000km+ benutzt werden.


    Warum sollten wir das auch tun, wenn wir das (wenn überhaupt) vielleicht 1-2x im Jahr benötigen.... Dafür haben wir uns in den letzten Jahren IMMER einen Mietwagen geholt....

    Ging es "gemütlich" in den Urlaub (Schwarzwald/Österreich), gab es nen E-Auto mit großem Akku (Polestar2 oder ID7/Elroq), wollten wir Kilometer nach Italien/Spanien abspulen, nen Diesel Kombi...


    In 2 Wochen haben wir da meist 2500-4000km runter gerockt und die Mietwagen haben zwischen 400-500€ für die 2 Wochen immer gekostet....

    Das macht ~15ct für den Km... Das hätte ich auch an Wertverlust mit dem eigenen Auto dann, wenn nicht sogar mehr...


    Vorteil: Ich muss mir nicht für VIELE tausende von Euros mehr ein E-Auto kaufen, dass dann nen größeren Akku hat, schwerer ist etc.... Und mir dadurch im Alltag die Verbräuche hoch treibt....

    Also sparen wir im Alltag doppelt: Kleinere Felgen/reifen, weniger Gewicht, weniger Anschaffungskosten und dadurch auch weniger Wertverlust....


    Und das verstehe ich immer nicht bei vielen Kaufentscheidungen. Warum muss es immer der größte Akku und das schnellste Laden sein, wenn man das dann vielleicht 2x im Jahr auf ner Langstrecke braucht?

    Da würde es im Alltag reichen, sich nen 30.000€ e-Auto mit 50kWh Akku zu holen, es muss dann aber im Vergleich der 80.000€ BMW neue Klasse oder 70.000€ CLA oder 60.000€ #5 sein, weil die ja 90kWh+ Akku haben und in 15min mit 400kW nachladen.... Dafür das man dann mal auf der Autobahn unterwegs ist und das ein 30.000€ e-Auto ja so nicht kann....

    Selbst wenn 2 Wochen Mietwagen 1000€ kosten würden, könnte man allein für den Aufpreis 4x im Jahr und 10 Jahre lang sich nen Mietwagen holen und wäre trotzdem günstiger unterwegs....


    Funfact: Seitdem wir nen Hund haben, der Geschwindigkeiten über 120/130kmh zum Kotzen findet (fängt dann an zu zittern und hecheln) und wir auf 1000km 2-3 Pausen mit kurzen Spaziergang machen, braucht es eh keinen Verbrenner mehr auf Langstrecke :P

    Bestellt am 04.11:

    CUPRA Born Edition Dynamic 170 kW (231 PS) 60 kWh -

    Geyser silver metallic, Pilot XL Plus Pack, Dynamic Chassis Control, Sennheiser, AR-Hud

  • Und das verstehe ich immer nicht bei vielen Kaufentscheidungen. Warum muss es immer der größte Akku und das schnellste Laden sein, wenn man das dann vielleicht 2x im Jahr auf ner Langstrecke braucht?

    Nun, ich habe den 77kWh Akku und der reicht bei mir so gerade eben für einen Tagesumlauf, also das ich nicht tagsüber an den Schnelllader muss sondern jede Nacht an die heimische Wallbox. Der Wagen muss jeden Tag (auch im Winter!) 240km Autobahn ohne Tempolimit und ohne Stau schaffen. Da ist der Akku schon verdammt knapp bemessen. Üblicherweise brauche ich jeden Tag 80% (aufladen auf 90% SoC, Wagen an der Wallbox vortemperiert, bei Ankunft sind noch 10% drin). Der Wagen wird Ende April ein Jahr alt und hat gerade die 50.000km Marke geknackt.

    Ich rede also nicht von der Urlaubsfahrt einmal im Jahr sondern vom Alltag.


    Ich bin gespannt, wenn der Wagen nach 2 Jahren das erste Mal in die Wartung muss. Dann hat der über 100.000km auf der Uhr.

  • Naja, das ist eine extreme Nutzung, die für viele andere keine Bedeutung haben dürfte. Es zeigt aber, dass die Bedürfnisse so unterschiedlich sein können, dass es kein allgemeines "gut" oder "schlecht" gibt.


    Manny