Hallo zusammen,
danke für die großartige Recherche und die vielen Rückmeldungen! Zeit für ein Update aus der Kategorie „Servicewüste“.
Nachdem hier im Thread ja dank Teilekatalog (danke AuroraBlue ) und vom Hersteller per Mail wunderbar geklärt wurde, dass die Hardware in der Baureihe definitiv existiert, hat mein ursprüngliches Autohaus noch mal eine Schippe draufgelegt. Man versuchte dort beharrlich, mir das volle finanzielle Risiko der Fehlersuche aufzubürden. Der geniale Plan der Serviceleitung: Das Fahrzeug müsse für die Diagnose unglaubliche 24 Stunden in der Werkstatt verbleiben. Und falls sich am Ende herausstellt, dass ein ominöser äußerer Einfluss das Problem verursacht hat oder der Sensor gar nicht verbaut ist, darf ich die Rechnung komplett selbst zahlen.
Das Ganze hat schon beinahe satirische Züge. Ein Sensor, der anfangs funktioniert, dann verschwindet und laut Werkstatt vielleicht nie existiert hat – das ist eigentlich ein Fall für Galileo Mystery. Juristisch ist die Sache jedenfalls eindeutig: Die Auslieferung des Wagens war Mitte Oktober 2025 (wir befinden uns also weit innerhalb der ersten 12 Monate). Hier winkt der Gesetzgeber fröhlich mit dem Stichwort **Beweislastumkehr**. Wenn die Werkstatt mir also erzählen möchte, dass ein Marder den Sensor geklaut hat oder er ab Werk durch Magie ersetzt wurde, müssen **sie** mir das zweifelsfrei beweisen – und nicht einfach pauschal das Kostenrisiko auf den Kunden abwälzen.
Da mir meine Nerven für solche Taschenspielertricks zu schade sind, habe ich die Reißleine gezogen und mich einfach an einen anderen Servicepartner gewandt. Und siehe da, so sieht Kundenservice wirklich aus: Ein kurzer Kontakt, das Ganze wurde völlig unkompliziert aus der Ferne per FIN im System geprüft und mein Anliegen wurde sofort bestätigt. Keine Vorab-Kostendrohungen, keine Diskussionen und erst recht keine 24-Stunden-Geiselhaft für mein Auto zur "Diagnose". Stattdessen hat man mir direkt und anstandslos den Werkstatttermin für Mitte Juli ins System gebucht.
Mal sehen, ob sich der Sensor bei der neuen Werkstatt dann freiwillig zeigt. Ich halte euch auf dem Laufenden!
**Mein erschrockenes Fazit zum Schluss:**
Es macht mich wirklich fassungslos, dass ein offizielles Autohaus ernsthaft versucht, mit solchen Methoden durchzukommen. Man fragt sich unweigerlich, wie viele Kunden ohne juristisches Vorwissen sich von autoritärem Auftreten, der Erwähnung eines „technischen Gebietsleiters“ und massiven Kostendrohungen einschüchtern lassen – und am Ende für berechtigte Garantiearbeiten völlig zu Unrecht die eigene Brieftasche zücken. Dass der Versuch, sich mit derart absurden Argumenten vor der gesetzlichen Gewährleistung zu drücken, heutzutage überhaupt gängige Praxis sein kann, hinterlässt schon einen extrem faden Beigeschmack.