Beiträge von Benni

    Mal ein Beispiel, ich hab weiten Weg gehabt zur Arbeit oder komme von einer längeren Fahrt wieder bin fast leer. Nach 4h muss ich spontan nochmal weiter weg, dann ist in den 4h der Akku wohl voll während man ansonsten vll am teuren DC Lader Laden muss bzw. extra Zeit brauche.

    Diese Situation habe ich zweimal pro Woche. Ich komme abends um 22.30 Uhr nach Hause mit 10% SoC (77kWh Akku) und muß am nächsten Morgen um 5.45 Uhr mit mindestens 90% SoC wieder los. Außerdem soll das Fahrzeug vorgeheizt sein. In 7.15 Stunden 65kWh Strom in den Born reinzubekommen ist schon an der Grenze dessen, was mit 11kW noch so gerade eben geht. Da darf ich abends aber auch keine vollgesperrte Autobahn haben.

    Mal so als Rechenbeispiel: 22kW Wallbox heißt 32A. Dann hast du einen Küchenherd, der an jeder Phase auch mit 16A angeschlossen ist. Deine Waschmaschine hat auch einen 16A-Anschluss (auch wenn die meistens nur 10A ziehen). Jedenfalls bist du da schon bei 64A. Das ist das, worauf die meisten Hausinstallationen von Eigenheimen ausgelegt sind.

    Und genau für diese Situation, die absolut alltaglich ist, gibt es das Lastmanagement. Da clipst man Meßspulen um die drei Außenleiter (also Adern), die aus dem Stromzähler kommen und in die Hausinstallation gehen und die dort ermittelten Werte des Netzbezugs werden an die Wallbox weitergeleitet, die dann entsprechend runter regelt, so dass der Maximalstrom am Hausanschluß den eingestellten Wert nicht überschreitet. Also wenn unser Born mit 22kW (=32A) laden könnte, würde er dies mit 32A auch tun und wenn dann auf einer der drei Phasen zufällig gerade noch der E-Herd 16A abzieht und die Waschmaschine gleichzeitig ihr Wasser mit 16A aufheißt, wird für diese wenigen Minuten, die die anderen Geräte ihren Maximalstrom ziehen, die Wallbox-Ladeleistung runtergefahren. Der Fachbegirff dafür ist "Lastabwurf". Wenn das Wasser in der Waschmaschine dann heiß ist und der E-Herd auch seine Endtemperatur erreicht hat und kaum noch nachheizt, wird die Ladeleistung an der Wallbox wieder hochgefahren auf 32A.

    Mein Gedanke bei zwei Wallboxen ging auch dahin, dass man zwei Boxen nimmt, die miteinander kommunizieren, so dass sie eben nicht gleichzeitig sondern nacheinander die Autos laden, eben um die Elektroinstallation nicht zu überlasten.

    Ok, ich war jetzt von meiner Situation ausgegangen. Mein Born muss jede Nacht an die Wallbox, um von 10% auf 90% SoC aufzuladen und das E-Auto meiner Frau muss auch mindestens jede zweite Nacht an die Wallbox.

    Wenn du zufrieden bist ist alles gut. Kann dein Wagen den Akku Vorkonditionieren, also MY25 und jünger?

    Ich habe leider noch einen alten Born erwischt, aber dafür war er günstig. Hab für meinen 77kWH/170kW Born als 4-Sitzer 38.000€ gezahlt. Der Wagen wurde im Februar 2025 auf das Autohaus zugelassen und ich habe ihn Anfang April 2025 mit 7km auf der Uhr gekauft. Mein alter Audi a3 hatte die Segel getrichen (kapitaler Motorschaden (= wirtschaftlicher Totalschaden) und ich brauchte sofort ein neues Auto.

    Hast du die WP an Board?

    habe ich nicht.


    Lädst du dein Auto im Winter zielgerichtet zur Abfahrt und nutzt die Standheizung zum Vorwärmen des Innenraums?

    Morgens lade ich den Wagen vor der Abfahrt zuhause zielgerichtet auf und nutze auch die Standheizung, um den Innenraum vorzuwärmen, während der Born noch an der Wallbox hängt. Da ich bei meinem Arbeitgeber nicht laden kann, entfällt das Vorwärmen des Innenraums vor Antritt der Rückfahrt.


    Bei einem Verbrauch von 26kWh/100km erwärmt sich meiner Meinung nach der Akku im Winter nicht entscheidend, auf jeden Fall nicht von zb 0 auf 15Grad, so dass man von Sommerlichen Bedingungen reden könnte.

    Wenn ich doch mal längere Strecken fahre, an den Schnelllader muss und dazu direkt die Schnelllader an den Autobahnparkplätzen ansteuere, lädt mein Born halt auch im Winter sehr schnell. Also wenn man 70km mit 130km/h (Tempomat) gefahren ist und der Wagen dann 30 Sekunden später direkt an der Ladesäule hängt, habe ich bei 2°C Außentemperatur auch schon 150kW Ladeleistung geschafft. So schlecht wird es dem Akku da nicht gehen.

    Wie weit kommst Du i.d.R.?

    Im Winter lade ich den 77kWh Akku immer auf 90% auf, fahre 120km zur Arbeit (und 120km zurück) und komme dann mit ca. 10% SoC zuhause wieder an, also 80% Akkuverbrauch auf 240km. Im Sommer komme ich mit 20% SoC wieder daheim an, also 70% der Nennkapazität verbraucht. Allerdings haben meine Sommerreifen (Conti Eco Contact 6) auch Rollwiderstandsklasse A und die Winterreifen (Michelin Alpin 7) nur Rollwiderstandsklasse B. Beide Reifen sind 215mm breit, einmal auf 20" Felgen und einmal auf 18".

    Die angesprochenen 120km sind allerdings fast ausschließlich Autobahn ohne Tempolimit, ohne Baustelle und um die Uhrzeiten auch ohne Stau oder auch nur zähfließenden Verkehr. Bei Tempomat 140km/h schaffe ich die Gesamtstrecke von 120km von Haustür zu Haustür in 60 Minuten, also trotz ein paar km Landstraße und 4 Ampeln kommt da eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 120km/h bei raus. Bei Regen brauche ich mit Tempomat 130km/h insg. 65 Minuten und der Verbrauch ist ähnlich. Das Wasser vor den Rädern erhöht den Verbrauch. Der Unterschied im Verbrauch zwischen Sommer und Winter ist bei mir gar nicht so groß. Ich denke, dass das damit zusammenhängt, dass der Akku bei der langen Autobahnetappe beim Entladen ausreichend Abwärme produziert, so dass es für ihn nach den ersten 30km praktisch immer "Sommer" ist, was die Betriebstemperatur angeht.