Alles anzeigenEschBorn : Da bin ich allerdings nicht ganz bei Dir.
Im "Verlauf" meiner letzten 10 Leasing-Autos (OMG! 🙈) habe ich zunehmend pingeligere Leasing-Rückgaben erlebt.
Mein Eindruck : da soll am Ende des Leasings etwas Kompensation für (zu?) günstige Leasingraten rausspringen.
Und selbst wenn für kleinere Beschädigungen "nur" ein Minderwert angesetzt wird, ist dieser meist höher als das, was ein potentieller privater Käufer abziehen würde (falls er die Beschädigungen - im Gegensatz zu einem Gutachter - überhaupt bemerkt)
Noch ein Punkt: Bei größeren Unfall-Schäden, die über eine Versicherung abgewickelt werden, wird trotz fachgerechter Reparatur ein sogenannter "merkantiler Minderwert" angesetzt. Dieser ist dem Leasinggeber zu erstatten und ebenfalls meist höher als das, was ein potentieller privater Käufer dafür weniger zahlen würde.
Nichtsdestotrotz :
Auch wenn sich diese Kleinigkeiten summieren können, sind das m.E. immer noch Peanuts im Vergleich zu dem Risiko, den kalkulierten Wiederverkaufswert in X Jahren erzielen zu können bzw. - speziell beim Elektroauto - überhaupt einen Käufer zu finden.
Und wenn das eh schon schwierig ist, verbessern kleine und große Blessuren die Sache nicht gerade.
Irgendwelche Erfahrungen, was man vor x Jahren für seinen gebrauchten Verbrenner bekommen hat (oder für den mit Steuergeldern geförderten Tesla, den man nach einem Jahr nach Dänemark verkauft hat😜) nutzen da gar nichts.
Ein andere Sichtweise ist es natürlich, wenn man das Auto wesentlich länger als die üblichen Leasingdauern behalten möchte. Da flacht der Wertverlust ja sowieso noch weiter ab und bei einem 8-10 Jahre alten Auto sind auch kleinere Beschädigungen nicht mehr so relevant... Zumindest wenn man das Elektroauto dann überhaupt noch verkauft bekommt.
Ich habe in meinem Autofahrerleben 6 Leasingautos zurück gegeben. Eines nach 4 Jahren mit 120k Kilometern und habe keinen Cent abgezogen bekommen. Bei den anderen 5 waren es Kleinbeträge. Bei einem Fahrzeug haben sie sogar eine € Delle übersehen, die mich bei Reparatur in einer Werkstatt vor Rückgabe 1.200€ gekostet hätte :-).
Den merkantilen Minderwert habe ich auch schon zu spüren bekommen, besonders ärgerlich bei einem Vandalismusschaden. Der hat mir auch noch eine Selbstbeteiligung von 1.000€ und eine Höherstufung in der Vollkasko eingebracht. Bei Haftpflichtschäden zahlt die gegnerische Versicherung den merkantilen Minderwert.
Schäden muss man beim Verkauf auch angeben, wenn nicht ist es Betrug. Und wenn man das Auto an die „was letzte Preis“ Fraktion verkauft bekommt man u.U. Betonschuhe verpasst wenn man einen Schaden verschweigt 😛
Mein Fazit: in 26 Jahren habe ich 6 Autos geleast und bin bei Rückgabe noch nie pingelig behandelt worden. Die angesetzten Schäden waren immer nachvollziehbar und die Minderwerte immer angemessen und für mein Empfinden preisgünstig. Ich habe mit Leasing nur positive Erfahrungen gemacht