Elektriker empfiehlt 22kw Wallbox?

  • Naja ist halt nice to have, gerade um Argumente der Spontanität von Elektroauto vorzubeugen - im Alltag wohl sehr selten bis es mehr 22er Lader in E-Autos gibt.


    Mal ein Beispiel, ich hab weiten Weg gehabt zur Arbeit oder komme von einer längeren Fahrt wieder bin fast leer. Nach 4h muss ich spontan nochmal weiter weg, dann ist in den 4h der Akku wohl voll während man ansonsten vll am teuren DC Lader Laden muss bzw. extra Zeit brauche.


    Oder jemand besucht dich mit dem E-Auto von weiter weg für paar Stunden und kann voll oder fast voll wieder weiter fahren bzw. bekommt ordentlich was reingeladen ohne das es extra Zeit/Geld kostet.

  • Mal so als Rechenbeispiel: 22kW Wallbox heißt 32A. Dann hast du einen Küchenherd, der an jeder Phase auch mit 16A angeschlossen ist. Deine Waschmaschine hat auch einen 16A-Anschluss (auch wenn die meistens nur 10A ziehen). Jedenfalls bist du da schon bei 64A. Das ist das, worauf die meisten Hausinstallationen von Eigenheimen ausgelegt sind.

    Und genau für diese Situation, die absolut alltaglich ist, gibt es das Lastmanagement. Da clipst man Meßspulen um die drei Außenleiter (also Adern), die aus dem Stromzähler kommen und in die Hausinstallation gehen und die dort ermittelten Werte des Netzbezugs werden an die Wallbox weitergeleitet, die dann entsprechend runter regelt, so dass der Maximalstrom am Hausanschluß den eingestellten Wert nicht überschreitet. Also wenn unser Born mit 22kW (=32A) laden könnte, würde er dies mit 32A auch tun und wenn dann auf einer der drei Phasen zufällig gerade noch der E-Herd 16A abzieht und die Waschmaschine gleichzeitig ihr Wasser mit 16A aufheißt, wird für diese wenigen Minuten, die die anderen Geräte ihren Maximalstrom ziehen, die Wallbox-Ladeleistung runtergefahren. Der Fachbegirff dafür ist "Lastabwurf". Wenn das Wasser in der Waschmaschine dann heiß ist und der E-Herd auch seine Endtemperatur erreicht hat und kaum noch nachheizt, wird die Ladeleistung an der Wallbox wieder hochgefahren auf 32A.

  • Mal ein Beispiel, ich hab weiten Weg gehabt zur Arbeit oder komme von einer längeren Fahrt wieder bin fast leer. Nach 4h muss ich spontan nochmal weiter weg, dann ist in den 4h der Akku wohl voll während man ansonsten vll am teuren DC Lader Laden muss bzw. extra Zeit brauche.

    Diese Situation habe ich zweimal pro Woche. Ich komme abends um 22.30 Uhr nach Hause mit 10% SoC (77kWh Akku) und muß am nächsten Morgen um 5.45 Uhr mit mindestens 90% SoC wieder los. Außerdem soll das Fahrzeug vorgeheizt sein. In 7.15 Stunden 65kWh Strom in den Born reinzubekommen ist schon an der Grenze dessen, was mit 11kW noch so gerade eben geht. Da darf ich abends aber auch keine vollgesperrte Autobahn haben.

  • Und genau für diese Situation, die absolut alltaglich ist, gibt es das Lastmanagement.

    Hatte ich ja schon gesagt. Es muss einem halt bewusst sein, dass auch das wieder kostet, und regelmäßige Wartung und Pflege braucht.


    Aber mal offtopic Benni: Jetzt kommt der dumme Spruch von einem alten Mann, der auch schon ein Auto wegen Sekundenschlaf geschrottet hat. Das ist ja schon eine spannende Lebenssituation die du da indirekt beschreibst. Jeder Fernfahrer muss einmal am Tag mindestens 9 Stunden Ruhezeit einhalten, und die Regelung gibt es nicht ohne Grund. Wenn du regelmäßig solche Tage hast, dann merkt das dein Körper irgendwann, wenn nicht jetzt, dann in ein paar Jahren. Lass dich nicht kaputtspielen und pass auf dich auf, weil jemand anderes macht das nicht für dich.

  • Mal ein Beispiel, ich hab weiten Weg gehabt zur Arbeit oder komme von einer längeren Fahrt wieder bin fast leer. Nach 4h muss ich spontan nochmal weiter weg, dann ist in den 4h der Akku wohl voll während man ansonsten vll am teuren DC Lader Laden muss bzw. extra Zeit brauche.


    Oder jemand besucht dich mit dem E-Auto von weiter weg für paar Stunden und kann voll oder fast voll wieder weiter fahren bzw. bekommt ordentlich was reingeladen ohne das es extra Zeit/Geld kostet.

    Das sind doch Situationen, die nie vorkommen oder irrelevant sind.

    Erstes Beispiel: Akku leer gefahren und nach 4 Stunden muss man spontan weiter. Natürlich auch eine Mörderstrecke, die man vollgas durchzeizen muss. 4x22kWh = 88kWh
    Naja, dann geht´s halt ausnahmsweise zu einem Schnelllader für 25 Minuten = 67kWh
    Zweites Beispiel: Da kommt einer stundenlang angefahren, um dich zu besuchen, nur um dann gleich weiter zu fahren. Kommt der dann wegen dir oder weil er kostenlos laden will? Für dich kostet das ja was, denn für 22kW PV Überschussladeleistung braucht du locker eine Anlage mit 30kWp. Ansonsten zahlst du roundabout 30ct/kWh.



    Aber das sind halt so Beispiele wie meine Bekannten, die scheinbar täglich 800km am Stück ohne Pause mit vollgeladenem Anhänger fahren. Das geht natürlich nur mit einem Diesel.
    Oder das klassische: Wenn der Polizei bei einer Verfolgungsfahrt der Akku ausgeht ... weil, ein Benzintank ist ja auch immer voll, oder der Flüchtende wartet, solange die Polizei tankt. Generell dauern Verfolgungsjagden immer mehrere Stunden, bei maximalem Speed, und wenn ein Polizeiwagen die Verfolgung aufgenommen hat, dann darf auch nur der jagen. Gibt sonst ja keine anderen Streifenwagen.


    Andere kaufen sich einen Kombi, weil, damit können sie ja mehr transportieren. Und pendeln dann täglich zur Arbeit und transportieren nie was. Auf die Idee, sich einen Transporter zu leihen, wenn sie alle 5 Jahre mal in ein Möbelhaus gehen, kommen die nicht. Man will ja spontan und immer vorbereitet sein.


    Will sagen: Das alltägliche Leben ist anders, als sich manch einer vorstellt. Diese ganzen "aber vielleicht passiert mal das und dann muss ich jenes machen" kommt eigentlich nie vor.


    Da kann sich jeder selber fragen (und sich nicht anlügen): Gab es jemals eine Situation, in der man spontan mehr als 500km fahren musste, unter Zeitdruck, wo 30 Minuten früher/später einen Unterschied gemacht hätten? Wenn einem dazu nichts einfällt -> ein vernünftiges Elektroauto mit >70kWh Akku sollte dicke langen.

  • AC Wallboxen laufen doch eh in absehbarer Zeit aus.

    Der Trend geht zu DC Wallboxen, die Autoseitig keine reale Begrenzung haben.

    Da würde ich mir die Mehrkosten für 22kW, insbesondere auch beim Auto gut überlegen.

    Viele Grüße, Stephen

    Ein Pfälzer in Bayern


    Cupra Born 58kWh EZ 12/22

    VW ID.7 Tourer 77kWh EZ 12/24

  • Ich habe gestern mit meinen Elektriker gesprochen und der setzt mir auch eine 22 kW, wenn es der Netzbetreiber erlaubt. Die Wallbox kostet nur 50€ mehr, der Rest ist auch nicht relevant.


    Mir geht es auch darum eine 22 kW-Leitung zu haben, falls man irgendwann eine zweite Wallbox benötigt, die Akkus größer werden oder man ein Auto besitzt, dass einfach 22 kW kann.


    Später würde es sonst teurer oder der Netzbetreiber hat keine Kapazitäten mehr für 22 kW.

    Cupra Born Edition Dynamic 170 kW/60 kWh Batterie, Greyser Silver Metallic

  • AC Wallboxen laufen doch eh in absehbarer Zeit aus.

    Der Trend geht zu DC Wallboxen, die Autoseitig keine reale Begrenzung haben.

    Und wo soll der Strom für diese DC-Wallbox herkommen? Die Zuleitung brauchst du so oder so.


    Und nein, PKW-seitig magst du dann kein Limit mehr haben, auf der Seite des Stromnetzes hast du es aber. Der erste Renault Zoe konnte 43kW AC laden, der Bruder meines Onkels hatte so einen, er wollte entsprechend eine 43kW Wallbox. An die Wallbox zu kommen war kein Problem. In Frankreich konnte man sowas kaufen. Aber sowas in Deutschland ans Stromnetz zu bekommen war unmöglich. Das fängt schon damit an, dass das Ding mehr Strom zieht als die üblichen Hausanschlüsse überhaupt liefern können.


    Entsprechend ist absehbar in den nächsten 20 Jahren bei 22kW erstmal Schluss. Es sei denn Du stellst eine 100-200kWh Pufferbatterie daneben, die 24/7 nachgeladen wird, um aus der Batterie dann noch schneller laden zu können.